Von Tee in Darjeeling und Kolkata, der Stadt der größten Gegensätze

Mein wunderbar ausführliches Update war schon fast fertig geschrieben. Und Schwups war es irgendwie verschwunden. Nun beginne ich von Neuem zu schreiben. Obwohl ich inzwischen schon in Bangladesch bin, werde ich euch zuerst von meinem kurzen Aufenthalt in Indien (Darjeeling & Kolkata) erzählen, bevor ich mit dem aufregenden Land Bangladesch beginne.


Mein Weg von Nepal nach Indien

Von Kathmandu gings 17h mit dem Bus nach Karkarbhitta, der Ostgrenze von Nepal. Um halb sechs/sechs in der Früh kamen wir an. Da die Immigration Offices in Nepal als auch Indien zu dieser Zeit noch geschlossen sind, trank ich zuerst mit den Busfahrern und einigen Fahrgästen Chai (Tee).

Chai trinken hat sich seitdem als äußerst erfolgreiche Taktik bewährt!
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Wenn ich wo ankomme, den Weg herausfinden muss oder sonstige Information brauche, setz ich mich wo hin und trinke einen Chai. Ab und zu natürlich auch nur als Pause. In 90% der Fälle dauert es nur Sekunden bis ich von einigen Menschen umringt bin und Smalltalk führe. Manchmal bekomme ich so nicht nur alle meine Fragen beantwortet, sondern oft auch Geleit.

So passierte das auch in Karkarbhitta. Bickey, der auf einen Freund wartete, der zu Mittag mit dem Bus ankommen würde, beschloss mir Gesellschaft zu leisten. Gemeinsam suchten wir die nepalesische Immigration Office für meinen Ausreisestempel auf. Weiter gings mit einer Rikscha über eine lange Brücke zum indischen Grenzposten. Ich war die erste Visa-Einreisende an diesem Tag, darum mussten wir etwas warten bis der indische Grenzbeamte seine Arbeit aufgenommen hatte.

 

Für seine Hilfe lud ich Bickey zu einem Frühstück ein, bevor ich nach dem Geldwechseln, in den Bus bis Panitanki stieg. Weiter gings nach Siliguri und anschließend bis Darjeeling.


 

Darjeeling

Die Suche nach einem billigen Hostel erwies sich als schwierig. Gute 1,5h kreiste ich mit Gepäck durch Darjeeling bis ich endlich mein neues Zuhause im Hotel Galaxy fand. Insgesamt war ich 26h unterwegs gewesen. Ich war müde nach nur etwas Halfschlaf in den Busen. Nachdem ich endlich mein Gepäck losgeworden war, suchte ich ein Lokal zum Essen und machte eine kurze Tour durch Darjeeling. Am Hauptplatz fand gerade das mehrtägige Winterfestival statt, wo Livebands spielten und an den Nachmittagen Tanzaufführungen waren. Ich mischte mich eine Zeit lang unter die Menge bevor ich ins Hostel zurückkehrte.

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Den nächsten Tag plante ich gemütlich anzugehen. Ich wollte durch Darjeeling spazieren und ein paar Sehenswürdigkeiten abklappern, zudem die Zeit nutzen meine Reiseplanung fortzusetzen.

Ich war unsicher, wann und an welchem Grenzübergang ich nach Bangladesch queren sollte. Die Überlegung war den von Siliguri nur eine Stunde entfernten Grenzübergang Chengrabandha/Burimari zu nutzen. Außerdem war ich nah zu Sikkim, das mich aufgrund der dortigen Berge, speziell wegen des 8000ers Khangchengzonga, zu einem Ausflug reizte.

Zwar setzte ich meine Reiseüberlegungen am nächsten Tag fort, aber statt Sightseeing verbrachte ich in den ganzen Tag am Bazar und in den unzähligen Souvenir- und Paschminashops. Ich wollte ein paar Geschenke kaufen, da ich von Darjeeling ein Paket nach Hause schicken würde. So schlenderte ich herum, verglich Preise, Aussehen und Qualität.

¨Today looking, tomorrow buying¨ war mein Standardsatz.

Nachdem ich am nächsten Tag den Zoo und das Mountaineering Institut besucht hatte, kaufe ich ein.

 

Für den nächsten Morgen plante ich einen  Ausflug zum Tigerhill, einem Aussichtspunkt, der für seine wunderschönen Sonnenaufgänge mit Ausblick auf 250 km Himalayagebirge – dominiert vom Khangchengzonga (8598m) – bekannt ist.

Start der Jeeps war laut Information meines Reiseführers 4 Uhr früh. So läutete mein Wecker um 3:30 (eigentlich um 3:15, da ich vergessen hatte, dass meine Uhr aus unerfindlichen Gründen um 15 Minuten vorging) um rechtzeitig am Abfahrtsort einzutreffen.
Nur zwei Jeeps standen bereit als ich am Clubside Bus Stand eintraf.

Und keine weitere andere Person!

Aber es war ja auch erst 3:45 (nur wusste ich das zu diesem Zeitpunkt nicht).
Ich müsse warten meinten die Jeepfahrer. Also wartete ich und wartete.

Um kurz nach der richtigen 4 Uhrzeit traf Katharina aus der Schweiz, eine weitere alleinreisende Frau ein. Nun warteten wir gemeinsam. Wir waren sehr besorgt, dass keine anderen Menschen erscheinen würden. Darjeeling war uns beiden sehr tourtistenleer vorgekommen. Als endlich ein Jeep mit mehreren Personen stehenblieb, stiegen wir ohne Überlegungen ein. Schließlich wollte niemand von uns einen eigenen Jeep engagieren.

Tja… alles falsch gedacht. Am Tigerhill erlebte ich zwar einen wunderschönen Sonnenaufgang, aber dichtgedrängt in einer riesigen Menschenmenge. Die Menschenmassen waren fast das größere Spektakel. Darjeeling schien plötzlich ziemlich viele TouristInnen zu beherbergen. Wenn einem nicht gerade eine Kamera vor die Nase gehalten wurde, konnte man tatsächlich ein schönes Naturschauspiel mit genialer Kulisse betrachten.

 

Am Rückweg stIMG_20150129_111816oppte der Jeep für ein kurzes Hop-Off /Hop-On bei bei einem buddhistischen Tempel und zurück gings in die Stadt. An der Zugstation bat ich darum aussteigen zu können. Ich wollte die Schmalspurbahn Darjeeling Himalayan Railway, auch Toy-Train genannt, genauer besichtigen.

Zurück im Hotel wusch ich unerlaubt meine Wäsche im Badezimmer und setzte mich zum Trocknen dieser auf einen kleinen Balkon. Dort lernte ich Lili aus Honkong und Miriam aus Holland kennen. Mit beiden besuchte ich am Nachmittag den Bazar, das Happy Valley Tea Estate (sehr zu empfehlen) und die umliegenden Teeplantagen. Das Happy Valley Tea Estate ist die älteste Teeplantage Darjeelings mit eigener Produktionsstätte. Die Führung durch die Anlage war fantastisch. Insgesamt hat es mich sehr an Sonnentor erinnert.

Auf einem kleinen Pfad kehrten wir Richtung Darjeeling City zurück, warfen einen Blick in den botanischen Garten. Nur einen Blick, weil im Winter keine Blumen zu sehen sind und gingen weiter zur Tempelanlage des ¨Observatory Hills¨. Für den Abend verabredeten wir uns auf ein Getränk, in Darjeelings vermutlich einziger Bar.

 


 

Ein verflixter Tag, kompliziertes Packen, nicht existente bürokratische Hürden und eine spontane Planänderung

Ich hatte inzwischen beschlossen, Sikkim ein andermal zu besuchen und in Chengrabandha/Burimari die Grenze nach Bangladesch zu queren. Als ich dies beim Bezahlen in der Bar beim Smalltalken mit dem Lokalbesitzer erwähnte, riet er mir von meinen Plan ab. Er glaube ohne Visa könne ich nicht nach Bangladesch einreisen und empfahl mir beim bangalischen Konsulat in Kolkata nachzufragen.

Am nächsten Morgen stand ich früh auf, um meine To-Do Liste (Rucksack packen, mit Konsulat telefonieren, Karton besorgen, Paket packen, Paket auf der Post aufgeben) möglichst schnell abzuhacken.

Ich wollte weg aus Darjeeling. Ich hatte genug.

Mein Rucksack war schnell gepackt und so machte ich mich auf den Weg zu einem Telefonshop und zu dem Paschminashop, bei dem ich eingekauft hatte. Sie hatten mir versprochen am Montag Morgen (Sonntag war geschlossen) einen großen Karton zu geben. Als ich beim Shop vorbeikam, war er noch geschlossen. Daher startete ich mit dem Telefonat. Mehrere Versuche brauchte es bis ein Mitarbeiter des Konsulats nicht gleich den Hörer auflegte. Schließlich wurde mir erklärt, vor 10 Uhr können sie mir keine Auskunft geben. (Laut Reiseführer öffnet das Konsulat um 9 Uhr.)
Da ich nun etwas Zeit überbrücken musste, beschloss ich gegenüber des Paschminashops zu Frühstücken, um wengistens den Karton gleich abholen zu können. Vom Lokal aus konnte ich den Shop sehen. Ich wartete und wartete. Der Shop sperrte nicht und nicht auf.
Als der Shop um circa 10:20 (!!!) endlich seine Pforten öffnete, stand ich schon in der Tür. Jedoch bekam ich keinen Karton. Der Karton sei noch nicht hier, ich solle in einer Stunde wiederkommen, meinten sie.

Noch eine Stunde mit dem Packen warten, wollte ich vermeiden. Deshalb beschloss ich mein Glück in einem anderen Shop zu versuchen. Im Notfall könnte ich ja nach einer Stunde noch immer den Karton abholen, dachte ich.
Gegenüber meines Hostels fand ich tatsächlich einen großen, halbs guten Karton. Zudem bat ich darum, kurz telefonieren zu dürfen. Ich rief wieder beim Konsulat an. Beim ersten Versuch wurde aufgelegt. Beim zweiten Versuch konnte ich mein Anliegen erklären und die Verbindung war weg (oder aufgelegt?). Für den dritten Versuch beschloss ich jemanden mit Hindi Sprachkenntnissen telefonieren zu lassen. Ich vermutete ein Problem beim Verständnis der englischen Sprache. Ich erklärte also einer hilfsbereiten Person mein Anliegen. Nach einem kurzen Telefonat, schaute sie etwas ratlos und meinte, sie glaube, ich müsse vor der Einreise nach Bangladesch ein ausgestelltes Visa haben. Ich könnte doch noch bei der Foreign Tourist Office nachfragen, die wissen alles, meinte die Person. Ich beschloss zuerst zu packen.

Klebebänder hatte ich schon am Vortag besorgt. Und los gings.
Alle Dinge passten haargenau in den Karton. Ich begann den Karton mit Klebeband zu umwickeln und zuzukleben. Ich brauchte die erste Rolle auf, ich brauchte die zweite und brauchte meine letzte Rolle auf. Jedoch war ich noch nicht fertig. Also lief ich in den Shop gegenüber und kaufte eine neue Rolle Klebeband.
Ich klebte und klebte. Die Rolle war schon wieder leer. Das Paket nicht fertig. Ich lief ein weiteres Mal in den Shop gegenüber. Jedoch gabs kein Klebeband mehr. Inzwischen war es schon halb Zwölf. Um 12 Uhr war Check-out Time im Hotel. Also räumte ich zuerst das Zimmer, bevor ich mich auf die Suche nach einer neuen Rolle Klebeband begab.

Bei jedem Shop in der Straße fragte ich nach Klebeband. Es gab nirgends eins. Ich war schon in der Haupteinkaufsstraße und ganz in der Nähe der Foreign Tourist Office als ich endlich eins fand. Da ich schon in der Nähe war, versuchte ich ein weiteres Mal der Visafrage auf den Grund zu gehen. Sie versichterten mir, ohne Visa könne ich unmöglich die Grenze in Chengrabandha/Burimari queren. Ich müsse zuerst nach Kolkata. Des Weiteren meinten sie, ein Zugticket für den heutigen Tag könne ich unmöglich bekommen. Die einzige Möglichkeit sei der Bus. Ich kehrte zum Hostel zurück. Das Paket musste endlich fertig werden. Es war schon 12:45.

Mein neues Ziel: Kolkata

Um keine weitere Zeit zu verlieren, wanderte ich mit meinen gesamten restlichen Hab und Gut + Paket zur Post. Es war halb zwei als ich bei der Post ankam. Beim Schalter nahmen sie mein Paket nicht an. Ich müsse mein mit Klebeband komplett zu gepflastertes Paket Packen lassen, meinten sie. Ich solle in den Shop nebenan gehen. Dort würden sie es Packen.
Etwas ratlos, was das bedeuten sollte, irrte ich zum ¨Shop nebenan¨. Dort traf ich Katharina, die auch ein gepacktes Paket packen lassen musste.
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Packen bedeutet in weißen Stoff einnähen. Die Nähte werden anschließend versiegelt.

(Das ganze müsste eigentlich die Post selbst machen. Aber oft machen sie es nicht selber, erklärte mir der Shopmanager später.)

 

Gute 45 Minuten wartete ich bis ich an Reihe war. Inzwischen war ich schon etwas verzweifelt.

Verfluchte das Paket, die Post, das Warten!

Ich wusste, wenn ich nicht bald einen Jeep bis Siliguri nehmen würde (circa 3 Stunden Fahrt) würde ich keinen Bus mehr nach Kolkata an diesem Tag bekommen. Der Shopmitarbeiter versprach möglichst schnell zu nähen und bat mir sein Smartphone an, um Herauszufinden wann der letzte Bus nach Kolkata Siliguri verlassen würde. Um sieben war der letzte Bus. Es war sehr knapp. Ich resignierte.
Darjeeling würde ich verlassen, aber die Nacht in Siliguri verbringen müssen.
Der Zug sei noch eine Möglichkeit, meinte er. Er hätte eine Freundin, die heute mit dem Nachtzug nach Kolkata fahre. Er könne fragen, ob sie, falls ich den Bus verpasse, für mich am Bahnhof noch nach einen Ticket fragen könnte.
Es hörte sich nach einer guten Option an. Ich willigte ein. Er rief an.

Unerwartet passierte folgendes: seine Freundin hatte 10 Tickets. Sie waren aber nur 9 Personen.

Ich boten mir das übrige Ticket an, das ich natürlich annahm. Der Zug würde um 8 Uhr losfahren. Ich hattte nun etwas mehr Zeit.
Um fünf vor drei drückte mir der Shopmitarbeiter das fertige Paket in die Hand und empfahl mir schnellstmöglich die Post aufzusuchen. Sie würde Pakete nur bis drei Uhr annehmen.
Ich hetzte also in die Post und wurde endlich das Paket los. (Vor ein paar Tagen ist es auch daheim angekommen!)

Eine halbe Stunde später war ich am Weg nach Siliguri. Eine kalte Fahrt. Ich saß in der hintersten Reihe des übervollen Jeeps. Die Fenster auf meiner Seite waren komplett offen. Jedes Mal, wenn ich darum bat, die Fenster etwas zu schließen, begann eins der drei Kinder in der zweiten Reihe sein Magesinneres durch das Fenster auf die Straße zu befördern. Es war wirklich schrecklich und sehr kalt.
Endlich in Siliguri wechselte ich mit anderen das Gefährt, um zum Bahnhof zu kommen. Um halb acht kamen wir an. Ich kaufte etwas zu essen und machte mich auf die Suche nach dem richtigen Zugabteil im ¨Darjeeling Mail¨.
Ich fand den Zug und das richtige Abteil. Ich fand die Reisegruppe. Es gab nur ein Problem. Genau das Ticket, das ich bekommen sollte, war überbucht worden. Da es schon kurz vor Acht war als ich den Zug erreichte, hatten sie den Platz ohne Diskussion bereits der anderen Person überlassen. Sie dachten, ich würde nicht mehr kommen.

Nun war ich unerwartet im Nachtzug, mit einem Ticket, aber ohne Platz.

Kein Problem meinten sie. Ich sollte auf jeden Fall bleiben. Eine Person würde sowieso die Nacht munter bleiben, um ein Auge auf ihr Gepäck zu haben. Wir würden uns den Platz aufteilen.
Bis halb eins in der Nacht konnte ich auf einer Liege etwas Schlaf bekommen. Jedoch plagte mich ein schlechtes Gewissen, da ich ja einen Platz in Anspruch nahm, denn ich ja eigentlich nur halb hatte.
So tauschte ich mit der letzten munteren Person. Ich musste mich sowieso etwas über Kolkata einlesen. Schließlich wusste ich noch gar nichts und ich wollte noch in Ruhe herausfinden, in welcher Gegend ich nach einem Hostel suchen würde.
Um sechs kam der Zug in Kolkata an.


 

Extremes Kolkata

Mit einem Bus und der Hilfe zweier Jungs kam ich etwas später bis zum angeblichen ¨BilligtouristInnen-Viertel¨, der Sudder Street. Nach mehreren Zimmerbesichtigungen und Preisvergleichen quattierte ich mich in die Modern Lodge ein. Nach einem Frühstück ließ ich mich durch verschiedene Viertel von Kolkata treiben. Ich fand mich schwer zurecht. Ich hatte keine Straßenkarte und daher auch gar keinen Überblick, wo ich mich befand.
Gegen Mittag lernte ich drei InderInnen (ein Ehepaar und ein Freund) kennen, die auch zu Besuch in Kolkata waren. Mit ihnen besuchte ich die Viktoria Memorial Hall und schlenderte in der Gegend herum. Danach suchte ich die Touristeninfo auf, um mir einen Stadtplan zu besorgen.

Zurück im Hostel traf ich Eliran aus Israel wieder. Mit ihm war ich gute 2 Monate davor Raften in Nepal gewesen. Ich freute mich sehr darüber.

 

Am nächsten Morgen startete ich zum bangalischen Konsulat, um mein Visa zu besorgen. Ich begann den Antrag auszufüllen, meine Paßfotos aufzukleben und wollte den Antrag einreichen.

Sie nahmen ihn nicht an! Es war zum Verzweifeln!

Stattdessen drückten sie mir einen Zettel in die Hand, auf dem stand ich könne mein Visa an jeder (?) Grenze bekommen. Ich war böse. Umsonst hatte ich mich auf den Weg nach Kolkata gemacht und einen Horrortag in Kauf genommen.

Aber Kolkata hat alles wieder gut gemacht.

Katharina (wieder die aus der Schweiz) schrieb folgendes auf ihrer FB-Seite über Indien:

¨EXTREM….who hasnt been in India doesnt know the meaning of EXTREM! extremely sweet chai and deserts, extremely hot meals, extremely colourful clothes, extremely dusty, extremely noisy roads, extremely crowded, extremely tasty food, extremly smelly, extremely chaotic, extremely alive, extremely poor people, extremely much temples,…¨

Und diese ganze Beschreibung trifft nicht nur Indien gut, sondern beschreibt Kolkata ¨extremly perfect¨. Die Gegensätze waren für mich hier deutlicher ausgeprägt als an allen anderen Orten in Indien, die ich besucht habe. Kolkata wirkte viel authentischer als der touristischere Norden. Die Leute waren gelassener, freundlicher und auch ehrlicher. Kolkata hat ein ganz eigenes faszinierendes Flair.

Kolkata ist großartig!

Nach dem ich also erfolglos beim Konsulat war, brach ich zum Mother House auf, dass sich gleich in der Nähe befand.
Von dort gings zur und über die Howrah Bridge, zurück mit einer Fähre und weiter durch verhältnismässig gepflegte Grünanlagen, zu einem Cricketstadion. Zum Abschluss besuchte ich noch zufällig ein Hindu Festival.

 

Zurück im Hostel traf ich Eliran auf der Dachterrasse. Schnell lernte ich unglaublich viele Menschen kennen. Die meisten waren hier, um im Mother House oder in einer anderen Institution Freiwilligenarbeit zu leisten. Jeden Tag verabschiedeten sie sich mit einem Lied und einem Tanz von den Menschen, die abreisten. Dieses Mal eben am Dach meines Hostels. Danach gingen wir gemeinsam aus.

Am nächsten Vormittag widmete ich meiner Wäsche. Gegen Mittag – es wurde der späte Nachmittag lud Eliran zu einem israelischen Essen ein. Da es inzwischen zu spät war, um durch Kolkata zu streifen, beschloss ich nur in ein Lokal mit Wifi zu gehen, um nach Flügen von Bangladesch nach Myanmar zu suchen.
Dies hatte mehrere Gründe:

  1. An der Grenze von Bangladesch und Myanmar dürfen angeblich nur Güter, aber keine Personen queren. (Gestern hab ich Menschen getroffen, die meinten, dass es sehr wohl möglich ist, aber unglaublich kompliziert.)
  2. Ich hatte nur ein Double Entry Visa für Indien. Ohne neuem Visa könnte ich also nicht mehr nach Indien einreisen.
  3. Ich würde einen Freund, den Weini, in Myanmar treffen. Ich musste also ungefähr zur gleichen Zeit dort ankommen.

Ohne Zögern buchte ich den günstigsten Flug. Wir würden am gleichen Tag ankommen. Ich hätte ungefähr ein Monat Aufenthalt in Bangladesch. Das reichte fürs Erste, meinte ich.
Am nächsten Tag besorgte ich in der Früh ein Busticket nach Benapole, dem Grenzort von Indien und Bangladesch. Den Nachmittag nutze ich, um das Kolonialviertel, Old China Town, den Flower Market bei der Howrah Bridge und den Kali Temple zu besuchen.

 


Um 5:30 läutete der Wecker, um zum Bus nach Bangladesch aufzubrechen. Eliran, der schon zum Mother House unterwegs war, begleitete mich.
Die Busfahrt war problemlos.

Ich mag Busfahren in Indien, als auch in Nepal. Sie machen viele Pausen, um zu Essen und Chai zu trinken. Es gibt keine Hektik. Abgesehen davon hat man so die Möglichkeit eine Toilette zwischendurch aufzusuchen. Zwar lässt die Fahrweise und die teils holprigen Straßen zu wünschen übrig, aber ansonsten ist Busfahren wirklich ein angenehmes Vergnügen.

Nun das wars fürs Erste. Mir gehts gut. Die neuersten Neuigkeiten aus Bangladesch gibts demnächst. Bis sehr bald.

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