Von Grenzposten, Tempel & Begegnungen mit einhörnigen Nashörner

Jeden Tag nehme ich mir vor mein nächstes Update zu schreiben und jeden Tag kommt mir etwas dazwischen.

Ich gehe frühstücken oder Mittag essen, verliere mich in Gesprächen und Entdeckungstouren mit anderen Reisenden und komme jedes Mal statt nach einer Stunde erst spät abends wieder zurück in mein Hostel.

Was ist also passiert seit meiner letzten Nachricht?

Von Varanasi war der Plan gegen Mittag mit dem Zug bis Gorakhpur zu fahren, um am gleichen Tag oder am nächsten Tag mit dem Bus zum indisch/nepalesischen Grenzpunkt Sunauli/Bhairawa zu fahren. Und irgendwie passierte das auch, aber ganz anders als geplant.

Ich verpasste nämlich meinen Zug. Obwohl ich 1,5 Stunden vor Abfahrt am Bahnhof war.

Den genauen Grund für mein Missgeschick weiß ich nicht, aber ich habe zwei Theorien: Theorie 1 ist, sie änderten kurz vor Eintreffen des Zuges den davor angegeben Bahngleis und da ich die Lautsprecherdurchsagen nicht verstand, habe ich das nicht mitbekommen. Theorie 2 ist, der Zug hatte einen anderen Namen als auf meinem Zugticket angegeben war und ist mir während ich seelenruhig am Bahnsteig gesessen bin, vor meinem Augen davon gefahren.

Nach hektischen Umherlaufen bin ich verzweifelt zur Tourist Police Office gegangen und habe um Hilfe gebeten. Die Bestätigung kam sofort. Der Zug war ohne mich abgefahren.

Sie erklärten mir wie ich mein Ticket zurückgeben kann und halfen mir ein Emergency Ticket zu kaufen. Für den Zug drei Stunden später. Laut ihrer Auskunft, müsse ich mich mit dem Emergency Ticket bei dem Schaffner des Zuges melden, welcher mir anschließend einen Sitzplatz zuweist. Unglaublich viele Menschen wachelten mit Emergency Tickets herum und gaben dem Schaffner Geld. Ich stieg deshalb einfach ein und drängte mich durch den engen Zuggang.

Als ich eine andere Reisende erblickte, die einen Platz in der oberen Etage der Sleeper Class hatte, bat ich sie bei ihr bis der Schaffner vorbeikam, Unterschlupf zu bekommen. Schlussendlich blieb ich dort bis zum Ende der Zugfahrt. Der Zug war heillos überfüllt. Auf drei Plätzen saßen meist 5 Personen. Kinder nicht mitgezählt.

So lernte ich Melanie und Daniel kennen, zwei meiner WeggefährtInnen bis am nächsten Morgen.

In Gorakphur angekommen, wuchsen wir schnell zu einer Reisegruppe von 6 Personen an. Nach längeren Überlegen und Handeln beschlossen wir gemeinsam gleich zur Grenze aufzubrechen. Wir engagierten einen Jeep für die 2-3 stündige Fahrt.

 

Eine Nacht an der Grenze Sunauli/Bhairawa an der Grenze Nepal/Indien.

 

Der indische Grenzposten stempelte uns ohne Weiteres um 2 oder 3 Uhr früh aus. Danach gings weiter zu Fuss zur nepalesischen Immigration Office. Da diese geschlossen war, schlugen wir ein  (Schlaf-)Lager direkt vor dem Schalter auf und warteten. Wir wussten, spätetestens um sieben würde der Grenzposten seine Türen öffnen. Wie aus dem Nichts tauchte plötzlich gegen halb fünf ein Japaner auf. Er hämmerte hartnäckig gegen die Tür der Grenzstation. Es war so eine lustige und skurrile Situation. Die werde ich nie vergessen. Um 5 waren somit also Formalitäten erledigt und wir konnten Nepal früher als erhofft offiziell betreten.

Die ersten Busse warteten schon für die Weiterreise. Meine WeggefährtInnen stiegen alle in einen Bus nach Kathmandu. Ich blieb. Ich wollte nach Lumbini.

Für meine Weiterfahrt musste ich zuerst in den 4 km von der Grenze entfernten Ort Bhairawa. Umgeben von einer Schar aus Taxi- und Rikschafahrern, die einen wirklich alles erzählen außer der Info, die man braucht, suchte ich den Lokalbus. Ich fand ihn schließlich bzw. der Bus fand mich. Die Busmitarbeiter waren zudem so nett und ersparten mir ein weiteres Umsteigen und ließen mich direkt am Ort für meine Weiterfahrt aussteigen.

Um halb sieben in der Früh, erreichte ich nach einer schlaflosen Nacht Lumbini.

 

Lumbini – Buddha´s Geburtsort

Nachdem ich ein Hostel gefunden hatte, fiel ich ins Bett. Für den Nachmittag und den darauffolgenden Tag mietete ich ein Fahrrad, um das riesige Areal voll von Tempel, Klöster und Meditationshäuser zu besuchen. Mit dem Fahrrad herumzukurven, war genial und machte Spaß.

 

Die Atmosphäre im Ort begeisterte mich leider nicht. So beschloss ich bald weiterzufahren.

 

Next Stop: Chitwan National Park

Mit dem Lokalbus gings in der Früh weiter bis Narayanghat. Von dort weiter nach Talis, wo die Abzweigung nach Sauraha ist. Dem Ausgangsort für die meisten TouristInnen, um den Chitwan National Park zu besuchen.

Ein Hostelbetreiber sprach mich in Talis an. Er bot mir einen guten Preis für ein Einzelzimmer mit Bad inkl. Transport nach Sauraha an. Ich willigte ein, dass Zimmer anzuschauen und brach mit ihm nach Sauraha auf. Zimmer war voll ok. Die Location gemütlich. Mit Charlie aus England, die ich bei meinen späten Mittagessen kennenlernte, spazierte ich am Nachmittag gleich zum Elephant Breeding Centre. Am Weg dorthin pausieren wir kurz bei einer einheimischen Familie. Zurück gings mit einem ¨Diskoschulbus¨ – es wurde gesungen, getanzt, geklascht. Es war unglaublich.

Der ganze Tag war unglaublich!

 

Am nächsten Tag buchte ich mit Charlie und einem Franzosen einen Jungle Walk. Bis Mittags war alles prima. Wir sahen ein einhörniges Nashorn aus der Nähe, gingen durchs Grasland und Wälder. Zu Mittag bekam ich unglaubliche Magenschmerzen. So stark, dass ich kaum mehr aufrecht gehen konnte. Ich quälte mich bis zum Schluss und verordnete mir einen Pausentag. Ende gut, alles gut. Schon nach 2 Stunden Schlaf gings mir wieder viel besser.

 

Ein Pausentag folgte. Ich hatte keinen Plan, außer einen Blogeintrag zu schreiben. Jedoch vertratschte ich mich beim Mittagessen und kehrte erst spät am Abend wieder in mein Hostel heim. Zum Glück wurde ich von dem Freund des Kochs meines Hostels heimbegleitet. Weil plötzlich war es da…

…ein einhörniges Nashorn

direkt vor uns. Ich bin vor Schreck und Angst fast auf einen Baum gesprungen. Wir schalteten das Licht aus und umkreisten es lautlos. Ein richtiger Adrenalinschock vor dem Schlafen gehen.

Heute mietete ich wieder ein Fahrrad, um die 20.000 Lakes zu besuchen. Ein Fake. Es ist ein See. Davor schaute ich noch beim Elefanten Baden zu.

 

Morgen gehts weiter nach Pokhara. Ich freu mich schon, den Bergen näher zu kommen.

Mir gehts gut. Meine Magenprobleme sind verschwunden. Ich hatte einen tollen Tag. Bis bald.


Weiter geht die Reisegeschichte mit dem Besuch von Pokhara und der Umgebung, Raften am Kaligandaki River und der Anreise nach Kathmandu zum Beginn des Sherpa Women Projekts.

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2 Comments

  • Hallo liebste Res!!!
    Unglaublich!!
    Sehr aufregend und spannend!!
    Bei mir im Waldviertel läuft alles ruhig und entspannt!
    Ich wünsche dir noch weiter schöne Erfahrungen und Begegnungen!!Und dass du gesund bleibst um alles genießen zu können!!
    Bis bald!!

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