Gold, Goldener, Myanmar – mein Reisebericht

Nach Indien, Nepal und Bangladesch folgte Myanmar als viertes Reisezielland. Exakt ein Monat war ich im Land. Zwei Wochen war ich in Begleitung unterwegs. Mein Weg führte entlang der HaupttouristInnenroute: von Yangon gings nach Mandalay und Umgebung, weiter nach Bagan und Kalaw mit 3-tägigen Trekking zum Inle Lake, zurück nach Yangon, nach Bago, Kinpun bzw. zum Mount Kyaiktiyo (Goldener Felsen), Hpa-an und Mawlamyine. Von dort fuhr ich zur Grenzstadt Myawaddy, wo ich nach Mae Sot in Thailand querte.

Alle wichtigen Infos für einen Mynamar/Burma Besuch gibt es im Beitrag „Nützliche Infos für deine Myanmar/Burma Reise„. Die Fotos im Überblick findest du hier.


Ankunft in Myanmar

Von Chittagong in Bangladesch nahm ich einen Inlandsflug nach Dhaka. Keine drei Stunden flog ich weiter nach Yangon in Myanmar. Meinen E-Visa Antrag hatte ich schon im Vorfeld beantragt (50 US$) und ausgedruckt.Die Einreise war deshalb reine Formalität und ging schnell. Am Flughafen wartete ich auf den Weini (eigentlich Helmut genannt), einem langjährigen und reisefreudigen Freund von mir schon seit Schulzeiten. Während ich wartete, hob ich Geld ab, besorgte mir eine lokale SIM-Karte (MPT, weil angeblich beste Netzabdeckung) und verglich die Taxipreise. Nachdem Weini endlich mit Flugverspätung gelandet war, nahmen wir ein Prepaid Taxi (8000 Kyat) zu unserem schon im Vorfeld reservierten Hostel in Yangon-Downtown. Obwohl ich beim Warten durchgehend von Taxifahrern umschwirrt wurde, wollte mir keiner von ihnen einen besseren Fahrpreis anbieten. Eigen fand ich.
Am ersten Tag verschliefen wir sogleich das Frühstück und brachen erst gegen Mittag zu einer gemütlichen Besichtigungstour (Sule Paya und Shwedagon Paya) durch komplett Motorrad freies (!!!) Yangon auf. Bei unseren Tee-, Kaffee- und Essenspausen versuchten wir eine grobe Reiseplanung für die nächsten zwei Wochen festzulegen.

 

Warum Yangon Motorrad frei ist, darüber gibt es verschiedene Geschichten. Eine besagt, dass angeblich ein hochrangiges Regierungsmitglied bei einem Unfall mit einem Motorrad verletzt  wurde. Übrigens wurde 1970 über Nacht der Linksverkehr auf Rechtsverkehr umgestellt, da ein General einen Albtraum hatte. Viele alte und auch neue Autos sind aber noch immer mit Rechtssteuerung versehen, was mich etwas verwirrte. 


Mandalay – wir kommen

Nach einem weiteren Pausentag (mehr für mich, als für den Weini) nahmen wir einen Tagesbus bis Mandalay. Am Busbahnhof wurden wir sogleich stark von Taxifahrern und Hotelvermietlern umworben. Nachdem wir einen günstigen Fahrpreis ausgehandelt hatten, nahmen wir ein Transportangebot zu einem vorgeschlagenen Hostel an. Mit dem Fahrrad kurvten wir am nächsten Tag durch Mandalay. Wir besichtigten den Mandalay Hill, den Königspalast, die Kuthodaw und Sandamuni Paya und das Goldschmiedeviertel.

 

Telefonisch buchten wir eine sehr empfehlenswerte Motorrad-Tour bei Soe Soe, der uns schon zum Hostel gelotst hatte, für die Erkundung der Umgebung. Von acht in der Früh bis sieben am Abend fuhren wir herum. Wir sahen die Mahamuni Pagode, einen Handwerksbetrieb, mehrere Klöster wie z.B. die zur TouristInnenattraktion verkommene Mönchswanderung beim Mahagandayon Kloster um zehn Uhr, Ruinen/Klöster und Pagoden in In-wa, die Ponnya Shin Pagode in Sagaing und die U Bein Bridge bei Amarapura bei Sonnenuntergang. Es war anstrengend gewesen, aber der Tag war noch lange nicht zu Ende…

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Bagan – OMB* gibt es dort viele Tempel

* ¨Oh my Buddha¨

Nach einer kurzen Essenspause brachen wir zum Nachtbus nach Bagan auf. Die Tickets hatten wir schon bei der Ankunft in Mandalay am Busbahnhof gekauft. Um zwei Uhr nachts erreichten wir die Busstation von Bagan. Ein Pick-up wartete, um alle Ankommenden zu ihren Unterkünften in Nyaung U, Old Bagan oder New Bagan zu bringen.

Wir fuhren herum und jede, der im billigeren Segment angesiedelten Unterkünfte war voll. Wir waren schon die einzigen im Pick-up als wir endlich einen Schlafplatz in Nyaung U fanden. Gerade zur rechten Zeit kamen wir an, denn bei Weini machte sich eine Magenverstimmung bemerkbar. Am nächsten Tag lag er mit Fieber im Bett. Während Weini schlief, studierte ich den Reiseführer, vertrieb mir die Zeit mit Schreiben und kleinen Spaziergängen durch Nyaung U und besorgte Essbares und Wasser für ihn. Für den nächsten Tag planten wir eine Fahrradtour – kurz oder lang, je nachdem wie es Weini ging.

Nach einem gemütlichen Frühstück brachen wir auf. Bis Mittag klappte alles problemlos. Dann ließen seine Kräfte nach und er kehrte ins Hostel zurück, um zu ruhen. Ich fuhr noch zu zwei Tempel mit schönen Wandzeichnungen und ließ mich von einem Mönch herumführen bevor ich ebenso zur Pause ins Hostel zurückkehrte. Am späten Nachmittag brachen wir ein weiteres Mal auf, um wieder Tempel zu besichtigen (Was sonst?) und den Sonnenuntergang zu betrachten.

 

Am darauffolgenden Tag waren wir fleissig. Von Früh bis spät erkundeten wir wieder mit dem Fahrrad die Tempelanlagen zwischen Nyaung U und Old Bagan, Old Bagan und Old Bagan Umgebung. Unsere Mittagspause machten wir am Weg. In der Dunkelheit nach Sonnenuntergang kehrten wir zurück. Es war ein toller, erlebnisreicher Tag gewesen.

 


Trekking von Kalaw zum Inle Lake

Von Nyaung U buchten wir eine Fahrt mit einem Minibus nach Kalaw. Am Morgen wurden wir vom Hostel abgeholt. Als wir in Kalaw ankamen, begannen wir sofort mit der Suche nach einer/einem TouranbieterIn für ein 3-tägiges Trekking zum Inle Lake. Lange suchten wir bis wir beschlossen mit zwei Franzosen eine eigene Gruppe bei einer kleinen Agentur zu gründen. In der prallen Sonne wanderten wir am ersten Tag bergauf und bergab von Kalaw bis zum Viewpoint Ywa Pu, wo wir eine Mittagspause in einem nepalesischen Lokal (mit indischem Essen) machten und entlang der Bahngleise weiter bis Kone Hla, wo wir übernachteten.

 

Von Kone Hla gings durch dürre, bewirtschaftete Landschaft bis zum buddhistischen Kloster Htee Thein. Obwohl viele Trekkinggruppen unterwegs waren, waren wir verwunderlicherweise die einzige Gruppe, die im Kloster schlief. Der letzte Tag führte uns nach Indein am Inle Lake.

 


Inle Lake – Schwimmende Gärten und einbeiniges Rudern

Statt eines direkten Transports nach Nyaungshwe, zahlten wir einen Aufpreis und erweiterten die Bootsfahrt um eine Sightseeing Tour am Inle Lake. Viele Handwerksbetriebe (Webereien z.B. auch eine Lotusweberei, eine Silberschmiede- und Papierherstellungsstätte), eine Pagode, das Inle Lake Heritage, wo burmesische Katzen gezüchtet werden und die schwimmenden Gärten sahen wir.

 

Ein Pausentag folgte, an dem wir nur gemütlich herumspazierten, tratschten, aßen, super leckeren Erdbeershake und ein, zwei Bier tranken.

Am nächsten Tag mieteten wir Räder und fuhren entlang des Sees, überquerten dieses mit einem Transportboot und setzten unsere Rundfahrt am anderen Ufer fort. Am späten Nachmittag kehrten wir nach Nyaungshwe zurück und stiegen in einen Nachtbus nach Yangon.

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Yangon – Abschied und Pause

Nach nur wenig Schlaf im Nachtbus, kehrten wir in den Morgenstunden ins gleiche Hostel in Yangon-Downtown zurück. Ich hatte einiges an Gepäck dort gelassen, das Weini mit nach Hause nehmen würde. Da ich mein Bett im Schlafsaal noch nicht beziehen konnte, gingen wir gemütlich frühstücken.
Nach Packen und Waschen folgte ein letzter Ausflug zum Fruchtshake trinken. Weini fuhr danach zum Flughafen, ich duschte und machte ein langes Spätnachmittagsschläfchen.

Obwohl wir gemütlich gereist waren, sehnte ich mich nach einer Reisepause. Ich tat mir schwer die vielen Eindrücke, die ich innerhalb kürzester Zeit gehabt hatte, zu verarbeiten. Bangladesch war nach wie vor sehr präsent. Myanmar war für mich deshalb kaum fassbar. Ganze drei Tage verließ ich kaum das Hostel. Ich schrieb Mails, telefonierte viel mit daheim, ging ins Kino und schrieb an meinen Update (Land der Menschen – Bangladesch Eindrücke).


Bago – liegende Bhudda Stadt

Am vierten Tag brach ich mit Viktor, den ich im Hostel kennengelernt hatte, nach Bago auf. Wir nahmen den langsamen und sehr erheiternden Zug in der ¨Holzklasse¨ (Ordinary Class). Der Zug schwankte, schaukelte und hüpfte. Kein Witz! Manchmal hob man richtig mit dem Gesäß vom Boden ab. Noch am gleichen Tag machten wir noch eine Motorrad Sightseeing Tour durch Bago.

 


Goldener Felsen und fliegende Menschen

Viktor beschloss nach Yangon zurückzukehren. Ich fuhr mit dem Zug weiter nach Kyaikto und mit Pick-up nach Kinpun, dem Ausgangsort für die Besichtigung des Goldenen Felsens am Mount Kyaiktiyo. Um halb sieben in der Früh brach ich am nächsten Morgen mit mehreren anderen hundert PilgerInnen zum Goldenen Felsen auf. Das Gelände des Goldenen Felsens war schnell besichtigt, also hängte ich eine Wanderung am Bergrücken zu weiteren Pagoden an. Bei der letzten Pagode legten alle anwesenden Personen zusammen, kauften Goldblätter und ließen dieses von einer ¨fliegenden¨ Person auf die auf einen Felsen befindliche Pagode auftragen. Bei der Kommentierung dieses Spektakels kam ich wie üblich aus Australien. Am frühen Nachmittag kehrte ich zu meiner Unterkunft zurück. Es war inzwischen zu heiß, um sich viel zu bewegen. Auch ohne Bewegen schwitze ich.

Meine Magenverstimmung begann am nächsten Morgen und so blieb ich gute 1,5 Tage immer in der Nähe meines Zimmers. Ich nutzte die Zeit, um am Update ¨Bangladesch – Reiseroute & Highlights¨ weiter zu schreiben. Erst am späten Nachmittag des zweiten Tages traute ich mir wieder einen Spaziergang zu.

 


Höhlen in den Kalksteinfelsen bei Hpa-an

Zu Mittag fuhr ich am nächsten Tag gute 5 Stunden mit zwei Pick-ups weiter bis Hpa-an. Bei der Suche nach einem Hostel traf ich gleich nette Leute und buchte einen Tour mit ihnen zu einigen der vielen Höhlen in der Umgebung. Hpa-an fand ich toll. Es ist ein kleines gemütliches Städtchen. Sehr wohl touristisch, aber nicht überschwemmt. Es wirkte sehr authentisch für mich.

 


Mawlamyine und Border Crossing nach Thailand

Nach einem gemütlichen Vormittag mit einem Besuch des Marktes von Hpa-an fuhr ich mit einem Boot weiter bis Mawlamyine. Die Bootsfahrt war durch die kühle Prise des Fahrtwinds angenehm.

 

Mit Ali, die ich vom Boot kannte, machte ich eine Tour zur Nwa-la-bo Pagode, einem ähnlichen und älteren Felsen als Kyaiktiyo. Danach besichtigen wir die Tempelanlagen am Hügel von Mawlamyine.

 


Ich war genau ein Monat in Myanmar. Mein Visa war zu Ende. In der Früh nahm ich einen Minibus bis Myawaddy, um dort die Grenze nach Thailand zu überqueren. Die Fahrt war lang, denn es staute. Die Grenzstation wird, wenn sie geöffnet ist, in einem One-Way System bedient. An einem Tag kann nur von Myanmar nach Thailand, am anderen Tag nur von Thailand nach Myanmar gequert werden. Wäre ich nicht an diesem Tag aufgebrochen, hätte ich Strafgebühren (3 US$/Tag) wegen Visaüberzug bezahlen müssen. Zwei Wochen dürfte man angeblich maximal überziehen.



Meinem Gefühl nach sind die Zeiten (nach nur 4 Jahren Öffnung) in denen Myanmar als Entdeckungsland galt vorbei.

Zumindest an allen von mir besuchten Orten.

Wer Myanmar entdecken will, empfehle ich Gebiete anzustreben die keine häufige Erwähnung finden bzw. wo vielleicht der Aufwand einer Permitausstellung in Kauf genommen werden muss!!!


Nächstes Monat, nächstes Land: mit Thailand ging es weiter – Kurzbesuch in Thailand und Dschungeltrip in Laos.

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4 Comments

  • Hallo. Danke für den Bericht, ich habe ihn eben im Rahmen meiner Recherche gelesen. Du warst , wenn ich das richtig gesehen habe, im Februar/ März unterwegs. Ich hab die Wahl zwischen November / Dezember oder ab Februar. Was würdest du empfehlen? Ich kann Hitze ganz gut ab, würde auch gern die angehobenen Preise und Touristen der Hauptsaison melden. Was meinst du, ist die Natur wirklich so viel schöner im November, dass es das „wert“ ist? Danke dir. Yvonne

    • Hallo Yvonne. Das ist eine Frage, die ich so nicht beantworten kann. Beides hat sein für und wider. Landschaftlich schöner ist es ganz sicher im November/Dezember. Vom Trekking von Kalaw zum Inle Lake war ich schon etwas enttäuscht. Vielleicht musst du die Frage anders stellen..? Was ist dir wichtiger die Natur oder die baulichen Sehenswürdigkeiten? Wenn es die Natur ist und du vielleicht auch Wandern willst, würde ich November/Dezember nehmen. Wenn du mehr an den Sehenswürdigkeiten interessiert bist, würde ich Februar/März fahren.
      LG Theresa

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