6 Tipps für umweltbewusstes Wandern und Trekken

Es gibt nichts Schöneres als in der Natur unterwegs zu sein, egal ob einen oder mehrere Tage. Viele Naturerlebnisse oder auch kulturelle Stätten lassen sich nur per Fuß aufgrund ihrer abgelegenen Lage erkunden. Sei es ein Dschungelausflug im Amazonasgebiet, die Besteigung eines Berges im Himalaya oder der Besuch von Ruinenstätten der Inka in Peru. Manchmal ist der Weg das Ziel wie beim seit Jahrzehnten populären Jakobsweg.

Die Begeisterung der Menschen aktiv durch Wander- oder Trekkingtouren ihre Ziele zu erreichen ist groß. Kaum etwas anderes gibt einem soviel Kraft wie das Bewegen in der Natur. Ich setz es gar gleich mit Meditation.

Die Ausblicke auf die Berge, die Wiesen und Wälder sind atemberaubend. Jeder einzelne Atemzug ein Genuss. Die Faszination an der Unberührtheit der Natur ist unbeschreiblich.

Doch dann, spazierst du um die nächste Wegbiegung und plötzlich ist er da:

der Müllhaufen.

Vielleicht ist es auch gar kein Haufen, sondern eine Plastikflasche da, eine Süssigkeitsverpackung dort und versteckt hinter jedem Stein ein Haufen Taschentücher und Toilettenpapier.

Dann fällt die Dose dort, die Gaskatusche hier, die Batterie in der Wiese, die Glasflasche neben dem Baum, die Plastikflasche im Graben und das im Strauch gefangene Plastiksackerl gar nicht mehr auf.

Wie sehr würde ich mir wünschen, dass diese Beschreibung eine Vorstellung und nicht so häufige Realität wäre.

Die Gründe für die Verschmutzung der Umwelt sind vielseitig. Als Hauptgründe nenne ich allen voran Unachtsamkeit, gefolgt von Faulheit und fehlendem Umweltbewusstsein, weil es nicht gelernt wurde.

Damit alle Menschen die gleichen, fairen Chancen auf ein einzigartiges Naturerlebnis haben, habe ich sechs hilfreiche Tipps wie du beim Wandern und Trekken, die Umwelt schonen kannst, zusammengefasst.

6 Tipps für umweltbewusstes Wandern und Trekken

 

1. Müll einpacken und mitnehmen

Lass nichts zurück, was du nicht selbst vorfinden willst. Alles, was nicht bei Zeiten biologisch abbaubar ist, kommt in den Müllsack. Achte deshalb beim Packen immer darauf eine Aufbewahrungsmöglichkeit für Abfälle, die du verursachst, parat zu haben.

Denn den Müll zurückzulassen, ist ein No-Go.

Überlege, ob bei längeren Wander- oder Trekkingtouren – falls ein Abfallbehälter am Weg/in einem Ort vorhanden ist – der Müll verbrannt oder abtransportiert wird. In abgelegenen Gegenden wird er möglicherweise verbrannt. Versuch deshalb erst gar keinen Müll zu machen!

Verwende wiederverwendbare Trinkflaschen oder Behälter. Verwende aufladbare Batterien und Akkus. Kaufe keinen neue Plastikflaschen auch wenn sie verkauft werden. Nimm Dosen und Batterien auf alle Fälle mit zurück in die nächste Stadt.

Für die RaucherInnen gilt: Zigarettenstummeln einpacken!

 

2. die Verrichtung des kleinen und großen „Geschäfts“

Wenn es Sanitäranlagen am Weg gibt, benutze sie! Egal ob kleines oder großes Geschäft, das Toilettenpapier gehört vergraben oder verbrannt. Taschentücher und die oftmals beliebten Feuchttücher sollten wegen ihrer Festigkeit und parfümierten Anteile immer in den Müllsack, Hygieneartikel wie Binden oder Tampons sowieso.

Die große Toilette sollte auf alle Fälle vergraben werden. Danke! Die einzige Ausnahme gibt es bei einfachen Tribaldörfern (wie z.B. in Laos), wo Schweine den Biokreislauf in wenigen Minuten schließen.

Die Empfehlung zur Vergrabungstiefe liegt bei mindestens 15 cm, idealerweise bei 45 cm. Steine, Stecken oder andere Hilfsmittel erleichtern das Graben. Sowohl für die kleine als auch die große Toilette gilt, die Verrichtung sollte 50-100m von Wasserläufen entfernt stattfinden.

Achte darauf, dass bei Gruppentouren ein Toilettenzelt eingerichtet wird, damit die Geschäfte auf nur einem Platz und nicht auf vielen Plätzen verrichtet werden.

 

3. Sparsam mit Wasser umgehen und auf die Trinkbarkeit achten

Für deine eigene Gesundheit und Sicherheit – trinke kein Leitungs-, Fließwasser, wenn du dir nicht 100% sicher bist, dass du es verträgst. Auch bei der Verwendung von diesem zum Zähne putzen wird oft abgeraten.

Doch wenn du weitwanderst oder trekkst, wirst du eher früher als später auf lokale Wasserquellen zurückgreifen müssen. Erkundige dich in der Gegend, ob ein Abkochen des Wassers ausreichend ist oder ob der Einsatz von Wasseraufbereitungsmitteln nötig ist. Nimm aus diesem Grund immer einen Trinkbehälter mit, in den du brühheißes Wasser füllen kannst ohne auf Abkühlung warten zu müssen (außerdem super als Wärmflasche in kalten Gebieten!).

Wenn du Wasseraufbereitungstabletten verwendest, trinke das Wasser bis auf den letzten Schluck! Leere es in keinem Fall weg, denn wie der Beipackzettel hinweist, ist es „sehr giftig für Wasserorganismen“ und kann in Gewässern „langfristig schädliche Wirkungen“ haben (Micropur Verpackungsrückseite).

Wenn du in einer Gegend bist, wo es nicht viel Wasser gibt, denke daran, sparsam mit Wasser umzugehen. Eine „Bottle Shower“ (ein Kübel mit warmen/kalten Wasser und einem Becher zum Schöpfen) ist wohl die sparsamste Methode für die Körperhygiene. Oder auch nur ein kleiner Topf und ein Waschlappen sind hervorragend geeignet um sich umweltbewusst und mit einfachen Mitteln zu Waschen.

Verwende abbaubare Seife/Waschmittel und Spülmittel. Wenn möglich, Wasche deine Wäsche nicht direkt im Bach oder Fluss, sondern in einem Behälter und leere diesen danach 50-100m von der Wasserquelle entfernt aus.

 

4. Verzichte auf Feuer

Verzichte, wenn möglich gänzlich darauf, Feuer zu machen. Oder mache nur „Feuer“ mit einem Benzin-, Alkohol-, oder Gaskocher. In manchen Gegenden herrscht akute Brandgefahr, in anderen Gegenden, wo nur wenig Holzressourcen vorhanden sind, um keine Abrodung zu unterstützen.

 

5. Bleibe auf den Wegen

Um eine weitere Bodenerosion der Landschaft zu verhindern, bleib auf den ausgetretenen Pfaden von Mensch oder Tier. In Grönland beispielsweise, wo in den eisfreien Gegenden ein Pflanzenwachstum 3-4 Monate/Jahr möglich ist, zerstört du sonst Jahre an Vegetation.

 

6. Umweltbewusstsein entwickeln „helfen“

Der Umgang mit Abfall in Europa wirkt vorbildlich. Zumindest wenn du mal den krassen Gegensatz in anderen Ländern erlebt hast, wo Müll einfach aus den Busfenstern geworfen wird oder an Ort und Stelle fallen gelassen wird.

Darum, wenn du wanderst oder trekkst, weise deine Mitmenschen auf den sorgsamen Umgang mit Müll hin. Biete ihnen gegebenenfalls an, ihren Müll einzupacken. Wenn du einen Guide/Träger etc. nimmst, kläre sie über dein Umweltverständnis auf und sprich den korrekten Umgang mit Müll, den du erwartest, an. Manchmal haben sie tatsächlich noch nie darüber nachgedacht.

Sei ein Vorbild!

 

Wusstest du alles schon?

Gratuliere. Du bist ein Umweltprofi!

 

Wer an noch umfangreicheren Tipps und Hinweisen interessiert ist, kann z.B. beim Kathmandu Environmental Educational Project, kurz KEEP genannt, weiteres nachlesen.

 

Wenn DU noch weitere Tipps und Tricks hast, um auf die Umwelt beim Wandern und Trekken zu achten, dann immer nur her damit und ab in die Kommentare!

 


Diesen Artikel habe ich beim BloggerInnen-Wettbewerb „Fair Reisen und die Welt entdecken – Reisende erzählen“ der Naturfreunde Internationale eingereicht. Auf ihrer Plattform tourism_LOG bieten die Naturfreunde Internationale Raum für eine kritische Auseinandersetzung mit den kontroversiellen Auswirkungen von Tourismus. Mein Artikel wird dort auch zu lesen sein (da ich unter die 5 Prämierten gekommen bin!!!). Neben der Veröffentlichung des Artikels habe ich ein Jahresabo der Zeitschrift „Lebensart – das Magain für nachhaltige Lebenskultur“ gewonnen. Ich freue mich! Vielen Dank dafür!

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