Wie nachhaltig ist Rucksackreisen wirklich? Expertin Kerstin Dohnal im Gespräch

Eine Frage, die ich mir schon oft gestellt habe, ist: wie nachhaltig ist Rucksackreisen wirklich? Vor allem BackpackerInnen belegen sich gern mit einem individuellen, ököfreundlichen und respektvoll handelnden Image. Sie bevorzugen die Bezeichnung Reisende und lehnen den Ausdruck TouristInnen ab. Über Pauschaltourimus wird nur mit den Augen gerollt und ganz insgeheim wird er belächtelt. Aber sind BackpackerInnen tatsächlich die „besseren“ BesucherInnen eines Landes? Belügen sich viele nicht selbst oder haben sie das zum Teil selbst auferlegte Image der „Guten“ zu recht?

Um Antworten auf meine Grübeleien, neue Denkanstöße und jede Menge wertvolle Tipps zu bekommen, habe ich die Tourismusexpertin Kerstin Dohnal, Gründerin der NGO destination:developement, die zum Ziel die gesunde Entwicklung und Unterstützung von nachhaltigen Tourismusdestinationen weltweit hat, befragt.

Wie Kerstin Dohnal zur Expertin für nachhaltigen Tourismus wurde, für was sie richtig brennt und wie du und ich dem Ideal einer nachhaltigen reisenden Person am ehersten nahe kommen, hat sie mir/uns erklärt.

 

Wie nachhaltig ist Rucksackreisen wirklich? Kerstin Dohnal, eine Expertin zu nachhaltigem Tourismus im Gespräch

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Kerstin Dohnal vor der Leinwand bei der Filmpremiere der Schokoladenstraßen-Doku

 

Wer bist du? & Was machst du? Erzähl von dir.

Ich bin seit meiner Kindheit neugierig auf die Welt da draußen und auf fremde Kulturen. Ich habe mich immer schon gefragt wie die Menschen woanders auf der Welt leben, wie sich ihre Sprache anhört und wie das Essen dort schmeckt. Während meinem ersten Studium zur Übersetzerin und Dolmetscherin habe ich gelernt, wie schön und bereichernd es ist, wenn man sich mit Menschen in ihrer Sprache unterhalten und tief in ihre Kultur eintauchen kann. So habe ich auch das Reisen für mich entdeckt. 2010 habe ich mir eine Auszeit genommen und bin durch Lateinamerika gereist, habe dort gearbeitet und mir vieles angesehen. Danach war für mich klar, dass ich einen Schritt weiter gehen und Tourismus studieren möchte. 2013 habe ich dann meinen Master in Tourismus Management abgeschlossen. Jetzt bin ich dabei meine Organisation destination:development aufzubauen, und hoffe damit in Zukunft die Tourismuslandschaft nachhaltig mitzugestalten.

 

Was verstehst du unter nachhaltigem Tourismus?

Das Grundprinzip der Nachhaltigkeit ist ja immer gleich. Vereinfacht gesagt soll nicht mehr verbraucht werden, als regeneriert werden kann, damit die nachkommende Generation auf die selben Ressourcen zurückgreifen kann wie wir.

Im Tourismus wird für mich die Ganzheitlichkeit dieses Prinzips aber ganz besonders deutlich, weil zu diesen Ressourcen auch Faktoren wie die Schönheit der Natur oder die kulturelle Vielfalt zählen. Für mich ist der Tourismus das Konsumgut, bei dem alle Konzepte die uns in unserem Alltag vielleicht abstrakt oder fern vorkommen und uns scheinbar nicht direkt betreffen, plötzlich deutlich am eigenen Leib spürbar werden. Wir alle wollen schöne Landschaften, saubere Strände, gutes Essen, fremde Kulturen und die Gastfreundschaft der Einheimischen genießen.

Doch das geht nur, wenn die Bedingungen dafür geschaffen sind wie Natur- und Klima- und Umweltschutz, regionale und biologisch angebaute Lebensmittel, die Einhaltung der Menschenrechte und Respekt vor den Menschen die in den Destinationen leben.

Wenn ich reise, möchte ich in der Lage sein alle Wunder, die mir auf jedem Schritt begegnen wahrzunehmen, zu genießen und für andere so hinterlassen, dass sie die selben Wunder erleben können, wie ich. Denn reisen bildet, verbindet und bereichert.

 

Die Schokoladenstraße ist dein Paradeprojekt.

Original Schokobarren von der El Ceibo Kooperative aus Bolivien
Original Schokobarren von der El Ceibo Kooperative aus Bolivien

 

Wie kam diese zustande? Was waren die wichtigsten Eckpunkte für die Projektumsetzung? Gab es kritische Phasen? Gibt es ein bestimmtes Schlüsselkriterium für einen langfristigen Projekterfolg?

Der Weg zur Schokoladenstraße hat über meine Masterarbeit geführt. Als ich 2010 zum ersten Mal nach Bolivien gereist bin, hat mich die Mischung aus lebendiger kultureller Vielfalt, Schönheit der Natur und minimaler Nutzung durch Tourismus ebenso fasziniert, wie die das Bild der Durchreisenden, die Bolivien meist eher zufällig und als Zwischenstopp auf ihrer Reiseroute hatten. Die Frage warum das so ist hat mich nicht mehr los gelassen, und ich wollte meine Masterarbeit unbedingt über Bolivien schreiben.

In einem Zeitungsartikel habe ich bei meinen Recherchen 2012 über den Besuch des damaligen Präsidenten der El Ceibo Kooperative in Österreich gelesen, bei dem er in einem Interview erwähnte, dass El Ceibo mit einer Themenstraße in den Tourismus einsteigen möchte. Mit diesem Artikel bin ich nach Bolivien gereist und habe mich so lange durchgefragt, bis ich bei dem Verantwortlichen von El Ceibo in der Schokoladenfabrik gelandet bin. Dort begann der Kontakt zum Vorstand der Kooperative und die Idee konnte reifen. Ende 2014 wurde dann entschieden das Projekt gemeinsam mit mir und destination:development auf Schiene zu bringen, und 2015 ging es dann los.

Einer der wichtigsten Eckpunkte für die Projektumsetzung war sicherlich der persönliche Kontakt mit den Mitgliedern der Kooperative, deren Offenheit und auch meine Beharrlichkeit. Ein Projekt wie dieses kann nur ins Rollen kommen, wenn man so richtig dafür brennt.

Eine kritische Phase war der Beginn, denn die Begeisterung für das Projekt und die Zusammenarbeit mit El Ceibo war groß, aber es gab kein Geld für die notwendige Reise nach Bolivien. Deswegen haben wir uns entschlossen ein Crowdfunding zu starten, das wir dank unserer zahlreichen Unterstützerinnen und Unterstützer erfolgreich abschließen konnten und somit die Mittel hatten, das Projekt mit den Kakaobäuerinnen und Bauern gemeinsam zu planen, und sie auf das Abenteuer Tourismus ein Stück weit vorzubereiten.

Eine weitere kritische Phase entstand unmittelbar nach der Reise, denn der Projektplan sollte bereits zwei Monate später der Generalversammlung vorgestellt werden. Nach unserer Reise war klar, dass wir die Menschen in der Generalversammlung respektvoll dort abholen mussten wo sie gerade standen, und ihnen auf motivierende Weise den langen Weg zur fertigen Schokoladenstrasse aufzeichnen mussten. Ich denke, dass uns das gut gelungen ist, denn der Projektplan wurde mit einigen Adaptionen angenommen. In der nächsten kritischen Phase befinden wir uns jetzt gerade, denn nun liegt es an El Ceibo die nächsten Schritte zur Schokoladenstrasse zu gehen. Natürlich werden wir die Kooperative weiterhin begleiten und nach Möglichkeit unterstützen, denn die Schokoladenstraße ist ein wirkliches Herzensprojekt. Die Herausforderung wird sein, die Mittel für die weitere Betreuung aufzustellen, doch wir sind zuversichtlich.

Informationsplakat über das Projekt "Die Schokoladenstraße"
Informationsplakat über das Projekt „Die Schokoladenstraße“

Schlüsselkriterien für den langfristigen Erfolg der Schokoladenstrasse sind sicherlich der Zusammenhalt der Kakaobäuerinnen und Kakaobauern und ihr Wille das Projekt umzusetzen. In diesem Punkt hat die Schokoladenstrasse die allerbesten Voraussetzungen, denn selten gibt es in einer Destination so große Einigkeit unter den Stakeholdern wie hier unter den Mitgliedern der Kooperative. Es war eine Freude zu sehen, wie sehr sich die Menschen auf Gäste freuen, und darüber ihnen zeigen zu können, wie sie leben und wie der Kakaoanbau funktioniert. Ein weiteres Kriterium ist für mich auch die Offenheit der Kooperative gegenüber Beratung von außen, denn obwohl El Ceibo auf eine lange und beeindruckende Erfolgsgeschichte zurückblicken kann, ist der Einstieg in eine völlig neuen Branche eine Herausforderung, bei der Unterstützung von ExpertInnen notwendig sein wird.

 

Es gibt unzählige Projekte, die sich als nachhaltiges Tourismusangebot anpreisen

– egal, ob sie es tatsächlich sind oder nicht? Hast du Tipps mit welchen Kriterien es möglich ist den Weizen von der Spreu zu trennen? Kann ich das überhaupt im Vorfeld?

Auch wenn es viel Kritik am „Zertifizierungsdschungel“ gibt, halte ich seriöse Zertifizierungen wie z.B. TourCert für sehr gute und verlässliche Anhaltspunkte, wenn man eine nachhaltige Reise buchen möchte. Prinzipiell sage ich immer, dass man bei der Auswahl auf den eigenen Bauch hören soll. Nicht Nachhaltiges fühlt sich auch nicht gut an. Wenn man eine Reise sieht, bei der man sich fragt wie denn bitte ein so niedriger Preis zustande kommen konnte, oder eine Gruppengröße von 70 Menschen angegeben ist, dann löst der Bauch einen Alarm aus, auf den man durchaus hören darf, denn der Bauch lügt nicht. IndividualtouristInnen wie z.B. BackpackerInnen, die ihre Angebote selbst aussuchen und zusammenstellen können, haben gegenüber PauschaltouristInnen, die oft wenig Spielraum bei der Auswahl haben, einen klaren Vorteil.

 

BackpackerInnen haben vielleicht die Auswahl, aber haben sie auch das Geld? Viele wählen möglichst günstige Produkte/Dienstleistungen.

Oft wird sogar noch nachverhandelt? Ist das in Ordnung? Wenn ich immer versuche möglichst günstig unterwegs zu sein, bin ich dann noch „wirtschaftlich“ erträglich? Tue ich der Region überhaupt noch was Gutes? Wo sind Grenzen/Grauzonen? Wie verhalte ich mich in diesen korrekt(er)? Gibt es „Fallen“, in die BackpackerInnen gern hineinstolpern?

Ein bisschen was geht immer, würde ich sagen. In vielen Kulturen ist das Verhandeln Teil des Geschäfts und gehört einfach dazu. Außerdem kann man meistens davon ausgehen, dass der erste Preis den „reicher-Tourist-Zuschlag“ enthält – übrigens ein Verhalten das von touristischem Fehlverhalten kommt. Handel ist ein Spiel, aber auch dieses Spiel hat Grenzen, die nicht überschritten werden sollten. Auch hier verweise ich wieder auf das Bauchgefühl. Wir merken deutlich, wenn wir uns diesen Grenzen nähern. Wir können uns z.B. ausrechnen wie viel Geld für den einheimischen Guide bei einer Tour übrig bleibt, wenn das Durchschnittsgehalt im Land bei EUR 200.- liegt, und die Benzinpreise die gleichen sind wie bei uns.

Günstig unterwegs zu sein ist völlig in Ordnung, solange man nicht auf Kosten anderer spart. Wenn man sich also genau überlegt für welche Produkte/Dienstleistungen man mehr ausgeben sollte, und bei welchen man mit gutem Gewissen einsparen kann, ist man günstig und nachhaltig unterwegs. Ein Tipp von mir: Wasser von Großkonzernen sind nicht nur teuer, sondern auch null nachhaltig. Das ist eine Falle, in die wir alle gern tappen – zugegeben manchmal auch aus Mangel an Alternativen.

 

Ein weiteres Thema in der Backpackerwelt wäre Voluntourismus. Was sind deine wichtigsten Tipps für jemanden, der so etwas tun will?

Voluntourismus ist ein sehr komplexes Thema, da müssten wir uns einmal extra unterhalten. Anfang dieses Jahres hat Tourism Watch gemeinsam mit Brot für die Welt, Fair unterwegs (Reisen und Entwicklung) und ECPAT (Kinderschutz) ein sehr gutes Policypaper zum Thema Voluntourismus herausgebracht, das alle wichtigen Punkte zusammenfasst. Für deine Leserinnen und Leser sind die folgenden Empfehlungen zum Voluntourismus und mögliche Alternativen sicherlich am interessantesten:

  • Wähle die Organisation in der du dich engagieren möchtest bewusst aus.
  • Hinterfrage deine Erwartungshaltung und auch den Nutzen deines Einsatzes.
  • Bleibe nach deiner Rückkehr in Kontakt mit dem Projekt und der Organisation.
  • Unterstütze lokale Organisationen auch von zu Hause.
  • Wähle auf Reisen gemeindebasierte Aktivitäten und mache so authentische Erfahrungen.
  • Und wähle vielleicht eine Organisation in deiner Umgebung, in der du dich ebenso engagieren kannst.

Ich selbst habe auch Erfahrungen als Voluntouristin gesammelt, und nicht alle davon waren positiv. Das lag zum Teil an den Organisationen und deren Umgang mit dem Thema, aber zum Teil lag es auch an mir und meinen Erwartungen bzw. Qualifikationen. Ich habe z.B. gelernt, dass ich nicht qualifiziert genug bin um allein eine 20-köpfige Gruppe 2-5jähriger zu hüten. Man sollte sich also gut überlegen, was man selbst in die Organisation, in der man sich engagieren will, einbringen kann, wo die eigenen Grenzen liegen und wie viel Zeit man mitbringen kann, denn der durchschnittliche Aufenthalt von 2 Wochen ist für keine Seite sinnvoll.

 

BackpackerInnen fahren zumeist in Länder, die einen für uns günstigen Lebensstandard haben.

Der gut besuchte Blumenmarkt in Varansi (Indien)
Der gut besuchte Blumenmarkt in Varansi (Indien)

Ist es überhaupt in Ordnung die missliche Lage der anderen auszunutzen?

Eine Gegenfrage: Nützt eine skandinavische Touristin unsere missliche Lage aus, wenn sie sich in einer Wiener Bar für EUR 50.- betrinkt? Wohl eher nicht. Man muss die Dinge hier in ihrem Kontext und in der richtigen Relation sehen. Nur weil ich in ein Land mit für uns günstigen Lebenshaltungskosten reise, nütze ich noch lange niemandes missliche Lage aus. Das tue ich erst durch mein Verhalten, z.B dann, wenn ich versuche Produkte oder Dienstleistungen unter ein faires Preis-Leistungsverhältnis zu handeln. Ich glaube hier sind Respekt und Wertschätzung die Schlüsselfaktoren.

 

Je mehr TouristInnen in einem Land sind, desto mehr Kinder und auch junge Mütter/Väter gibt es die betteln? Wie verhalte ich mich richtig?

Ja, das ist eine schwierige Frage, bei der ich selbst immer noch um eine Antwort ringe. Ich persönlich gebe Kindern kein Geld. Ich schenke ihnen lieber Aufmerksamkeit und kaufe Essen. In der Regel habe ich ein kleines Tagesbudget, das ich BettlerInnen spende, und oft teile ich einfach mein Essen z.B. auf Märkten. Trotzdem lässt mich die Armut niemals unberührt und das ist auch gut so. Teil des Reisens ist es auch die nicht so schönen Seiten unserer Welt kennen zu lernen und zu erfahren. Das ist es, was uns zum Nachdenken bringt und dazu, unser Verhalten vielleicht zu ändern.

 

Allein aufgrund der An- und Abreise ist es schwierig, die Ökobilanz eines einzelnen Menschen einzuhalten.

Wolkenverhangener Berg am Annapura Basecamp Trek
Wolkenverhangener Berg am Annapura Basecamp Trek

Von Organisationen wird empfohlen pro 1000 Flugkilometern einen Mindestaufenthalt von 8 Tagen einzuhalten. Dies ist ein Punkt, wo ich auf ganzer Linie versage. So viel Radfahren und Wandern kann ich gar nicht, zum Ausgleich zu meinen vielen Flugreisen.

Was ist deine persönliche Meinung zu Projekten wie beispielsweise atmosfair, wo es möglich ist Kompensationszahlungen zu machen? Stehst du dem eher skeptisch gegenüber oder ist es eine mögliche Alternative? Gibt es ein Siegel, das du eher empfehlen würdest?

Ich glaube da versagen wir alle, selbst wenn wir im Alltag nur zu Fuß gehen würden. Grundsätzlich halte ich Projekte die sich für einen CO2 Ausgleich einsetzen für unterstützenswert. Allerdings sind auch hier die Kapazitäten begrenzt.

Wie viele Bäume müsste ich denn dann pro Jahr pflanzen? Und wo? Auf wessen Land? Und welche globalen Dynamiken würde ich damit in Bewegung setzen? Ich denke, dass hier ein ganzheitliches Umdenken der gesamten Energiebranche gefragt ist, nicht nur in Bezug auf unsere Mobilität. Von Ablasszahlungen halte ich gar nichts. Die erleichtern nur das Gewissen ohne irgend etwas zu bewirken. Was ich allerdings an Initiativen wie atmosfair sehr gut finde ist, dass sie zur Bewusstseinsbildung beitragen. Wenn man sich einmal ausgerechnet hat, wie viel man da eigentlich an CO2 produziert, wird der eigene Einfluss auf die Umwelt plötzlich quantifiziert und greifbar. Auch die geförderten Projekte sind sehr schön, und man tut auf jeden Fall etwas Gutes sich da zu beteiligen.

 

Könntest du einen kurzen und prägnanten Tipp geben, um dem Ideal einer möglichst nachhaltig reisenden Person nahe zu kommen?

Blick auf den Machapuchare im Annapurna Sancutary (Nepal)
Blick auf den Machapuchare im Annapurna Sancutary (Nepal)

Stell dir dein Paradies vor, in allen Details und mit allen Bewohnern. Stell dir vor wie es sich dort anfühlt. Und dann stell dir vor du bekommst Besuch. Jetzt verhalte dich überall so, wie du es von deinem Besuch in deinem Paradies erwartest. Destinationen sind Lebensräume und für viele genau das Paradies, das du dir vorstellst.

 

Und haben BackpackerInnen nun das Image der „Guten“ zu recht?

Teilweise. Ich denke, dass der Begriff Backpacker oder Backpackerin als Definition einer Zielgruppe nicht mehr zeitgemäß ist. Alle, die schon einmal mit dem Rucksack unterwegs waren, wissen, dass in jedem Hostel eine ganze Reihe unterschiedlicher „Backpacker-Typen“ zu finden sind – von den routinierten Langzeitreisenden bis zum „Hauptsache-billig-Sparefroh“. Ebenso unterschiedlich wie diese Reisetypen selbst, ist auch ihr Bewusstsein für Nachhaltigkeit ausgeprägt. Der klassische Backpacker aus der Generation unserer Eltern hat meiner Meinung nach das Image zurecht kreiert. Es wird sich zeigen wie lange wir es halten können, wenn wir in Zukunft nicht achtsamer damit umgehen.

 

Wordrap zum Schluß

  • Rucksack oder Koffer? Rucksack
  • Hund oder Katze? Katze
  • Kaffee oder Tee? Kommt darauf an wo. Gern ein Kaffee in Mexiko und Kolumbien; Coca-Tee in Bolivien und Mate in Argentinien, Schwarzer Tee in Afrika
  • Hostel oder Hotel? Ich nähere mich langsam der Hostel-Maximal-Altersgrenze. Trotzdem beides, je nach Nachhaltigkeitsgrad
  • Ich kann nicht ohne…? Reisetagebuch und Kamera
  • Nächstes Reiseziel? Thailand
  • Aktivtourismus oder Wellness-Urlaub? Aktivtourismus
  • Dein Lebensmotto? Mein Motto finden!
  • Lieblingsschimpfwort in einer beliebigen Fremdsprache? Leider banal: Der f…Klassiker und besonders all seine Variationen
  • Und auf Deutsch? So a Schaaß? ebenfalls ein Klassiker, vom Mundl
  • Wenn ich könnte, dann würde ich… 300 Jahre alt werden, von Luft und Reisen leben; alle Sprachen der Welt sprechen und die ganze Welt bereist haben, bevor ich gehe.

Kerstin Dohnal ist Übersetzerin, Dolmetscherin, Touristikerin und Begründerin der NGO destination:developement. Alles Infos zu ihrem Projekt „Schokoladenstraße“, das in Zusammenarbeit mit der Kooperative El Ceibo in Bolivien entstanden ist, gibt es am dazugehörigen Blog zu lesen.


Das Interview entstand in Form eines schriftlichen Austauschs und mehreren Treffen zwischen Juni und Oktober 2016. Auch bei der Filmpremiere der Schokoladenstraße durfte ich mit dabei sein und mir eine eigene Meinung bilden. Vielen Dank für das ausführliche Interview und die tolle Wissensbereicherung!

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