Rota Vicentina: Weitwandern entlang Portugals Atlantikküste

Das Wegenetzwerk Rota Vicentina befindet sich an Portugals steiler Südwestküste. Bestehend aus dem Fischerpfad, dem Historischen Weg und diversen Rundwegen umfasst er rund 400 Streckenkilometer. Während der Historische Weg (230 km) durch die kleinen Dörfer im Landesinneren durch den Naturpark Südwest-Alentejo und Costa Vicentina führt, erstreckt sich der Fischerpfad (120 km), der auch unter dem englischen Namen Fishermen´s Trail bekannt ist, direkt entlang der wilden Steilküste des Atlantiks.

Unverbaut und größtenteils nur zu Fuß zugänglich blieb die raue Atlantikküste mit atemberaubender Schönheit ein lange und gut gehüteter Geheimtipp. Wie als wollten die PortguiesInnen ihr unentdecktes Naturjuwel lieber für sich behalten. Mit der Gründung des Vereins zur Förderung von Naturtourismus in der Gegend im Jahr 2013 wurde das schon immer von den FischerInnen benutzte Wanderwegenetz mit neuen Wegmarkierungen versehen und ab dann in der Öffentlichkeit beworben.

Auch mich packte die Neugier. Als ich im Juli 2016 Portugal zum zweiten Mal besuchte, beschloss ich ein paar Tage am Rota Vicentina Fischerweg entlang zu wandern. Davor hatte ich noch einen Freund in Lissabon besucht, danach wollte ich mit einem Teil meiner Familie die unberechenWunderbaren Wellen des Atlantik an der Algarve genießen. Gesagt und getan.

Falls du nur  dringend nach den wichtigsten Informationen zum Rota Vicentina wie Anreise, den Etappen etc. suchst?! – Die befinden sich im unteren Abschnitt „Alle Infos zum Rota Vicentina„:

 

Rota Vicentina: Weitwandern entlang Portugals steiler Atlantikküste | Meine Erfahrungen

Typische Wegmarkierung am Rota Vicentina in Portugal
Typische Wegmarkierung am Rota Vicentina in Portugal

Anreise von Lissabon nach Porto Covo (173 km) und von Porto Covo zur Ilha do Pessegueiro (4-5 km)

Nach einem entspannten Aufenthalt im hippen Lissabon mit gemütlichen Stadtspaziergängen, Besuchen von Sehenswürdigkeiten und entspannten Zusammensitzen mit ausgewanderten neuen und alten FreundInnen, fuhr ich mit dem Rede Expressos-Bus vom Busterminal Rodoviária de Sete Rios nach Porto Covo (U-Bahn Station Sete Rios). Porto Covo ist der Startpunkt des Fischerwegs.

Am fortgeschrittenen Nachmittag kam ich an. Für den selben Tag hatte ich mir nicht mehr viel vorgenommen: ich wollte bloß kurz durch das Städtchen spazieren, mir Infos über den Rota Vicentina in der TouristInneninformation holen und zum Campingplatz Ilha do Pessegueiro, meinen auserwählten Nächtigungsort spazieren. Ein Zelt hatte ich im Rucksack.

Der Stadtspaziergang dauerte nicht lange. Die TouristInneninformation stattete mich mit Informationsmaterial und einer groben Übersichtskarte aus. Auf eine genaue Wanderkarte, die zum Verkauf angeboten wurde, verzichtete ich. Immer am Meer entlang war der Weg – ein Verlaufen schloss ich kategorisch aus. Nach einem Kaffee und einem leckeren Pasteis de Nata (Puddingtörtchen), der besten (!) und typischen Süßspeise Portugals, brach ich auf.

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Kleiner Strand direkt bei Porto Covo
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Blick von Porto Covo in Richtung der Ilha do Pessegueiro

Ungefähr 40 min benötigte ich für die rund 4-5 km zum Restaurant am Strand und dem Fort vor der Insel „Ilho de Pessegueiro„. Mein Missverständnis, dass der Campingplatz auf der gleichnamigen Insel liegt, hatten die netten Damen und Herrschaften der TouristInneninformation berichtigt. Davor sei er, hatten sie mir versichert.

Es war heiß. Der Schweiß strömte mir beständig aus allen Poren. Am Strandparkplatz mit öffentlichen Sanitäranlagen, dem Fort und Restaurant angekommen begann ich nach dem Campingplatz zu suchen. Zweimal umrundete ich das gesamte Areal. Außer ein paar herumstehenden Campern war kein Campingplatz in Sicht. Im Restaurant fragte ich nach und wurde sogleich in die gleiche Richtung zurückgeschickt aus der ich gekommen war – nur entlang der Straße. In der brütenden Hitze marschierte ich also weiter und weiter. Ich war genervt. Meinen Gefühl nach musste ich schon bald wieder Porto Covo erreichen. Daher beschloss ich mich in eine Grauzone zu begeben und draußen zu nächtigen. Essen und Wasser besorgte ich mir im Restaurant.

 

Porto Covo bzw. Ilha do Pessegueiro bis Vila Nova de Milfontes (15-20km)

Die Nacht war kühl gewesen und ich hatte gefroren. Tief geschlafen hatte ich nicht. Ungesehen setzte ich meinen Weg fort. Bereits am Vormittag stiegen die Temperaturen fühlbar Minute für Minute nach oben an. Es war Juli und die heißeste Zeit des Jahres. Es war de facto die denkbar schlechteste Zeit in Portugal zu wandern. Aber ich hatte mich von meinem Vorhaben nicht abbringen lassen.

Der Weg verlief beständig entlang der Dünen. Die sandigen Wege machten ein Vorwärtskommen zu einem anstrengenden Unterfangen. Zwei Schritte nach vorne und einen ungewollten zurück – so fühlte sich das Gehen an. Den gesamten, noch menschenleeren Praia do Malhão spazierte ich daher in der seichten Brandungszone des Meeres, um meine Füße zu kühlen und um besser voranzukommen. Es war herrlich. Ruhig. Wunderschön. Ich genoß jeden Augenblick.

Praia do Malhao am Rota Vicentina
Der Praia do Malhão am Rota Vicentina, nachdem ich ihn überquert hatte
Klippen am Rota Vicentina
Steile Felsklippen am Meer am Rota Vicentina

Störche nisteten in den schroffen Felsformationen der steilen Klippen. Hoch oben thronten sie auf ihren Nestern an unzugänglichen Stellen. Die Vegetation – flach, mit einer großen Vielfalt endemischer Pflanzen. So stand es in den Informationsbroschüren.

Klippen, Buchten, Strände, Dünen wechselten sich ab – immer irgendwie ähnlich und trotzdem anders.

Die Temperaturen stiegen unbarmherzig höher und höher. Durch eine Wüste zu wandern müsste sich ähnlich anfühlen, waren meine beständigen Gedanken. Inzwischen hatte die starke Sommersonne die Temperaturen sicherlich schon auf 40°C aufgeheizt. Der Sand glühte wie ein Backofen. Unter jedem kleinsten Schatten am Weg verkroch ich mich für Minuten. Atmete durch. Trank und lief weiter. Selbst einen weiteren Sonnenschutz – ähnlich eines Schirms – baute ich mir mir mit meinen links und rechts am Rucksack befestigten Trekkingstecken und einem Tuch.

In das erste Lokal, das mir begegnete, kehrte ich ohne Überlegen ein. Die Pause im Schatten bei mehreren kühlen Getränken war wundervoll.

Die letzten Kilometer bis Vila Nova de Milfontes verstrichen relativ rasch. Am frühen Nachmittag erreichte ich den Campingplatz (es gibt mehrere). Zelt aufbauen, Essen, Baden im Meer, Einkaufen, Duschen, Essen und schon war ich in einen tiefen Schlaf gefallen. Starke Kopfschmerzen von einem Sonnenstich hatten mir den Rest gegeben. Während am Campingplatz um mich herum noch geschäftiges Treiben zu vernehmen war, fiel ich um neun Uhr in einen tiefen Schlaf.

 

Von Vila Nova de Milfontes über Almograve bis Zambujera do Mar (rund 37 km)

Erst um kurz vor sieben erwachte ich wieder aus meinen Träumen. Mein Körper hatte eindeutig Erholung verlangt. Aus meinem vorgenommenen frühen Wanderbeginn wurde nichts mehr. Um acht Uhr marschierte ich los. Zuerst durch das kleine Dörfchen Vila Nova de Milfontes, weiter über eine lange Brücke, die den Fluss Mira überspannt, durch ein kleines Wäldchen und entlang einer Straße mit Blick auf das gegenüberliegende Küstenstädtchen.

Am Weg von Vila Nova de Milfontes bis Almograve
Bildercollage: Am Weg von Vila Nova de Milfontes bis Almograve
Ich und das Meer am Rota Vicentina
Ich und das Meer – Wandern am Rota Vicentina

Die Gegend war belebt und ich war froh als ich wieder in die ruhige und menschenleere Natur eintauchte. Nur vereinzelt waren Fischer auf den großen Felsen nahe des Atlantiks zu sehen. Sonst niemand. Eine Klippe folgte der anderen. Dazwischen leere Buchten. Eine schöner als die andere.

Als die Mittagshitze wieder besonders schlimm zu werden begann, erreichte ich Almograve. Erleichtert ließ ich mich in einem Restaurant nieder, aß und trank. Weitere 22km bis Zambujera do Mar lagen noch vor mir. Ich war hin- und hergerissen. Denn ich wusste, wenn ich in der Mittagshitze weiterwanderte, würde ich innerhalb kürzester Zeit wieder einen Sonnenstich bekommen. Zu lange Pausieren war aber aufgrund der vor mir liegenden Kilometer auch nicht drinnen – zumal ich oft nur langsam vorwärts kam.

Es war längst Zeit aufzubrechen. Ich stockte noch schnell meine Wasservorräte auf 4,5 Liter auf und setzte meinen Weg fort.

Was folgte, war meiner Meinung nach einer der schönsten Abschnitte am Rota Vicentina. Von Almograve bis zum Cabo Sardão kam ich aus dem Staunen nicht heraus. Nachdem ich noch einen Strand und eine asphaltierte Straße hinter mir gelassen hatte, zog sich der Rota Vicentina durch die unglaublichste und farbenprächtigste Klippenlandschaft. Sand und Sanddünen in den unterschiedlichsten Rot und Orangetönen, wechselten sich ab mit grün überwachsenen Klippenhängen und gelblich, weißen Sandformationen.

Am Weg von Almograve zum Cabo Sardão
Die farbenprächtigen Klippen am Weg von Almograve zum Cabo Sardao
Die orangenroten Klippen am Weg von Almograve zum Cabo Sardão
Die orangeroten Klippen am Weg von Almograve zum Cabo Sardao. In der Ferne ist winzigklein der Leuchtturm zu sehen.

Weit in der Ferne war schon das Cabo Sardao zu sehen. Ich überlegte kurz, ob ich nicht hier bleiben könnte – auch die Nacht. Noch lange hatte ich mich nicht satt gesehen. Doch in den Sanddünen waren Spuren eines Autos zu sehen gewesen. So zog ich weiter. Schon bald danach wandte sich der Weg von der Küste ab und lief zuerst auf und dann durch ein kleines Kiefernwäldchen hindurch bevor er erneut zu den Klippen führte.

In der Nähe des Cabo Sardao
Weiß, beige, gelb, orange, grün, grau – ein großartiges Farbenspiel in der Nähe des Cabo Sardao

Es wurde wieder belebter. Ein tief unten liegender und nur durch eine steile Holztreppe erreichbarer Strand mit glasklarem und türkisblauem Wasser inmitten hoher, vertikaler Felswände lockte Menschen an. Auch ich zögerte, überlegte kurz ins Meer zu springen. Doch es waren noch immer etliche Kilometer bis zu meinem geplanten Etappenziel. In Cavaleiro (wo es doch noch Wasser zu kaufen gegeben hätte) zeigte ein Wegweiser weitere 12 km an.

Es war noch immer extrem heiß. Am Cabo Sardao stelle ich jedoch fest, dass die Hitze ab nun nicht mehr mein größtes Problem war. Durch die sandigen Wege war stetig ein gefühltes Kilo Sand in meinen Schuhe gewesen. Nachdem ich zu Beginn die Schuhe regelmäßiger geleert hatte, war ich irgendwann dazu übergegangen den Sand zu ignorieren. Ein schwerer Fehler wie sich herausstellte. Meine Füße zierten pro Fuß drei 2€-Münzen große Blasen – jeweils eine auf der Ferse, einen auf der Fußinnenkante und eine am Fußballen. Ich konnte kaum mehr gehen. Jeder Schritt wurde zur Überwindung. Zweifel kamen auf – ich war mir nicht mehr sicher, ob ich überhaupt noch so weit wandern würde können.

Es war schon spät. Durch die Blasen war ich langsam. Das Gehen bereitete mir Schmerzen und ich watschelte nur mehr dahin. Ich hatte sogar schon überlegt einfach zum Gehen aufzuhören und wieder draußen zu schlafen. Auch einen guten Platz hatte ich gefunden und schon resignierend auf die Dunkelheit gewartet. Doch irgendwie fühlte ich mich nicht wohl. Mein Bauchgefühl passte einfach nicht. Daher hatte ich erneut meinen Rucksack geschultert und war weitergezogen. Die Sonne war schon fast untergegangen.

Sonnenuntergang am Rota Vicentina
Sonnenuntergang beim Wandern am Rota Vicentina

Im Halbdunkeln erreichte ich Porto das Barcas, wo es einige mit Menschen gefüllte Restaurants gab. Im Stockdunkeln setzte ich meinen Weg entlang einer geraden Straße fort. Rund 3 km fehlten mir noch bis Zambujera do Mar. Während ich die Straße entlang ging, hoffte ich auf eine Mitfahrgelegenheit. Eine deutsche Familie, die in einem Camper unterwegs war, blieb stehen und brachte mich bis zum Campingplatz. Oh, wie froh und dankbar war ich!!!

Zelt aufbauen, Duschen, Essen und Schlafen. Erst am Morgen nahm ich meine Blasen genauer unter die Lupe. Es war unrealistisch meine Wanderung fortzusetzen – ich lief dauerhaft wie auf heißen Kohlen. Zudem lag der nächste Campingplatz in Odeceixe laut Plan etwas abseits vom Schuß. Der nächste am Weg gelegene Campingplatz bei Aljezur befand sich weitere erschreckende 36 km entfernt. No way! Das war für mich nicht mehr zu schaffen.

Mit Umsteigen in Aljezur und Faro fuhr ich daher mit Bus und Bahn an das kleine Örtchen an der Algarve, wo sich meine Familie befand.

Und wenn du dich jetzt fragst, ob ich den Weg nach all den Strapazen wieder gehen würde?

JA!!! Jederzeit.

 

Alle Infos zum Wandern am Rota Vicentina zusammengefasst

Überblick Wanderwegenetz Rota Vicentina
Überblick Wanderwegenetz Rota Vicentina – Foto von der Infobroschüre Rota Vicentina

Wo ist der Rota Vicentina?

Das Wanderwegenetz Rota Vicentina befindet im Südwesten von Portugal in der Landesregion Alentejo. Er ist Teil des europäischen Fernwanderwegs E9 und der am besten augeschilderte Weitwanderweg, den ich je gegangen bin. Er besteht aus den von mir begangenen Fischweg entlang der Steilküste, dem Historischen Pfad im landesinneren verlaufend und diversen Rundwegen. Während der Fischerweg nur bewandert werden kann, ist der Historische Pfad auch mit einem Fahrrad befahrbar.

Was sind die Etappen vom Fischerweg und Historischem Weg?

Der eigentliche Fischweg hat eine Länge von 75 km mit empfohlenen 4 Tagesetappen:

  • Porto Covo bis Vila Nova de Milfontes (20 km)
  • Vila Nove de Milfontes bis Almograve (15 km)
  • Almograve bis Zambujera do Mar (22 km)
  • Zambujera do Mar bis Odeceixe (18 km)

Zusatzwege sind der Wanderweg zum Strand Odeceixe (9 km), Wanderweg zum Strand Amoreira (6 km), Wanderweg Ponta da Atalaia (14 km), Wanderweg Pontal da Carrapateira (10 km) und der Wanderweg zum Strand Telheiro (6km). Insgesamt werden den Fischerweg daher 120 km Wanderstrecke zugeschrieben.

Der Historische Weg hat eine Länge von 230 km in 12 Etappen:

  • Santiago do Cacém bis Vale Seco (18 km)
  • Vale Seco bis Cercal do Alentejo (23 km)
    • Verbindungsweg zum Fischerweg Cercal do Alentejo bis Porto Covo (18 km)
  • Cercal do Alentejo bis S. Luís (21 km)
  • S. Luís bis Odemira (25 km)
  • Odemira bis S. Teotónio (19 km)
  • S. Teotónio bis Odeceixe (17 km)
    • Ab Odeceixe könnte der Fischerweg fortgesetzt werden.
  • Odeceixe bis Aljezur (18 km)
  • Aljezur bis Arrifana (12 km)
  • Arrifana bis Carrapateira (24 km)
  • Carrapateira bis Vilo do Bispo (22 km)
  • Vilo do Bispo bis Cabo de S. Vicente (14 km)

 

Anreise & Abreise: Wie komme ich zum Rota Vicentina? Wie reise ich an und wie reise ich ab?

Faro ist der näherste Flughafen, gefolgt von Lissabon. Von beiden Orten gibt es eine tägliche Verkehrsverbindung nach Sines, Port Covo oder Santiago do Cacém mit der Buslinie Rede Expressos.

Von Lissabon fährt man ungefähr drei Stunden. Der Ticketpreis liegt bei rund 16€. Alle Fahrpläne und Fahrpreise sind online abrufbar und Tickets online buchbar!

Die Abreise gestaltet sich, je nach Aufenthaltsort, unter Umständen komplizierter. Vom südlichsten Punkt dem Cabo de S. Vicente empfiehlt sich ein weiterer Fussmarsch nach Sagres (circa 1h 15 min). Das Busunternehmen EVA Transportes bietet zwar eine Direktverbindung vom Cabo de S. Vicente nach Lagos an, aber nicht so häufig wie von Sagres. Von Lagos aus ist eine Weiterfahrt mit den schon genannten Buslinien oder mit dem portugiesischen Zugunternehmen Comboios de Portugal möglich.

 

Wann ist die beste Wanderzeit am Rota Vicentina?

Die beste Wanderzeit ist sicherlich im Frühling von März bis Juni. Im Juli und August wird man gekocht wie ich am eigenen Leib erfahren habe. Wenn nur kurze Etappen im Juli und August gegangen werden, sehe ich jedoch kein Problem, da die Etappenziele realtiv gut vor der Mittagshitze erreicht werden können. Aufgrund meiner eigenen Erfahrung empfehle ich allen anderen, die längere Tagesetappen planen, möglichst früh, d.h. spätestens um 5 oder 6 Uhr in der Früh loszulaufen.

Laut Recherche soll auch der Oktober toll sein. Im Winter fällt der meiste Regen, jedoch bei erträglichen Temperaturen um die 11°C.

 

Unterkunft: Wo nächtigen am Rota Vicentina?

Es gibt zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten von Hostels, kleinen Gästehäusern, Bed & Breakfasts und Hotels. In der Hauptsaison ist sicherlich eine Reservierung sinnvoll. Sogar ein Gepäcktransport von Unterkunft zu Unterkunft wird angeboten.

 

Zelten am Rota Vicentina: Campingplätze am Weg

Die Campingplätze liegen leider zum Teil weit auseinander. Für OutdoorliebhaberInnen heißt das, dass lange Tagesetappen und/oder Umwege in Kauf genommen werden müssen. Die Idee wild zu campen, ist dann natürlich nicht weit hergeholt. Doch so wie Wohnwägen und Camper im Naturschutzgebiet verboten sind, ist es auch das Zelten. Wie hoch die Toleranzgrenze der PortugiesInnen dabei ist kann ich nicht beurteilen. Aus Erzählungen und Gesprächen mit jungen PortugisInnen weiß ich, dass diese selbst gern die ein oder andere Nacht auf den abgelegenen Stränden in der Gegend verbringen. Auch waren einige Camper auf den Parkplätzen der Strände oder an den Straßenenden zu sehen. Ob bisher Strafen für Camper oder Zelten verhängt wurden oder wie hoch diese ausfallen, hab ich nicht herausgefunden. Was sicher ist, mit steigender Popularität wird sicherlich die Toleranzgrenze sinken. Vor allem auf englischsprachigen Webseiten wird von den problemlosen Nächtigungen in der Natur an der Küste geschwärmt und dies auch weiterempfohlen. Problematisch daran ist die Tatsache, dass die Küstenregion seit 1988 ein Naturschutzgebiet ist!

Das sind die Campingplätze am Weg, um illegales Zelten am Rota Vicentina zu vermeiden:

Bei Porto Covo
Zwischen Ilha do Pessegueiro & Vila Nova de Milfontes
In Vila Nova de Milfontes
In Zambujera do Mar
Bei Odeceixe
In der Nähe von Aljezur
In der Nähe von Sagres

 

Für wen ist der Rota Vicentina geeignet?

Obwohl es keine Steigungen gibt, dürfen die Wege nicht unterschätzt werden. Große Abschnitte des Fischerwegs verlaufen auf lockeren Sandwegen. Das Gehen auf diesen ist anstrengend. Daher empfehle ich Länge der Tagesetappen der Kondition und den Temperaturen anzupassen. „Normale“ Kondition ist für die oben angegebenen und empfohlenen Tagesetappen ausreichend.

 

Meine Tipps fürs Wandern am Rota Vicentina

Wegmarkierung am Rota Vicentina in Portugal
Wegmarkierung am Rota Vicentina in Portugal
  • ausreichend Wasser und eine Jause mitnehmen (die Abstände zwischen den Dörfern sind nicht zu unterschätzen)
  • unbedingt eine Kopfbedeckung zum Schutz vor der Sonne aufsetzen (es gibt kaum bis keine schattigen Plätze) oder zum Schutz bei Wind
  • gute, möglichst sandundurchlässige Schuhe tragen (ich war mit Turnschuhen unterwegs, das war eindeutig eine blöde Idee! Warum? -> siehe meine Erzählung)
  • Blasenpflaster einpacken
  • für alle, die in den Sommermonaten längere Tagesetappen planen: so früh wie möglich losgehen – spätestens um 6 Uhr früh wäre meine Empfehlung.
  • Bitte der Umwelt zuliebe: Müll mitnehmen, Taschentücher von Freilufttoilettengängen einpacken und kein Feuer machen! Wenn du mehr über das Thema wissen willst, lies doch meine Tipps wie du umweltbewusst Wandern und Trekken kannst. Lass nur Fußspuren zurück und sonst nichts!

Falls du meinen Reisebericht übersprungen hast, weil du nur nach Informationen gesucht hast und nun doch mein Reiseabenteuer nachlesen willst, hier drücken.

 

Warst du schon in der Gegend? Vielleicht sogar Wandern am Rota Vicentina und hast Tipps? Ja!? Dann schreib sie doch in die Kommentare.

Oder Lust aufs Wandern am Rota Vicentina bekommen? Cool. Ich auch… schon wieder. Dann hilft wohl nur eines: Schuhe anziehen, zum Flughafen fahren und los wandern. ;-)

Willst du mich auf weitere Wanderungen begleiten z.B. auf dem GR 221, dem berühmten Trockenmauerweg auf Mallorca oder auf dem Caminito del Rey bei Malaga in Andalusien?

Dann folge mir auf Facebook, Twitter, Pinterest oder abonniere meinen Newsletter. Lieber nur Schauen? – Dann folge mir auf Instagram.

 


Mein Portugal Besuch fand vom 11.Juli 2016 bis zum 25.Juli 2016 statt. Es handelte sich um eine private Reise und war eigenfinanziert.

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24 Comments

  • Hallo.
    Ich will erst mal den Historischen Weg machen. meinst du da kann man einfach Wildcampen?
    und findet man die wege auch gut ohne ein Buch oder eine Wegbeschreibung?

    • Hallo Lars, ich bin nur den Fischerweg gegangen. Daher fühl ich mich nicht imstande dir gute Ratschläge zum Historischen Weg zu geben. Der Rota Vicentina war extrem gut ausgeschildert. Ich könnte mir vorstellen, dass es beim Historischen Weg auch so ist. Wildcampen ist immer heikel…

    • Hallo Petra, wie cool! Ich hoffe, ich war dir ein wenig Inspiration… Wenn es Neuigkeiten vom Weg gibt, gib doch bitte Bescheid!. Ich wünsch dir eine wundervolle Wanderung. LG Theresa

  • Hallo Theresa,

    Ich würde diesen Weg auch gerne im September/Oktober wandern. (Ca 1 Woche , am liebsten den Fischerweg)

    Da ich gerne Zelten würde, stellt sich mir die Frage wie häufig Zeltplätze anzutreffen sind und wo ich eine Übersicht dieser finde. (Da Wildzelten ja nicht erlaubt ist)

    Gibt es gute Anfahrtmöglichkeiten vom und zum Flughafen?

    Liebe Grüße

    Christof

    • Hallo Christof, sorry für die längere Wartezeit auf meine Antwort. Ich habe die Infos zu den Campingplätzen auf deine Frage hin im Beitrag ergänzt. Porto Covo ist relativ gut öffentlich zu erreichen – egal, ob von Faro oder Lissabon. Auch darüber findest du Infos bei Anreise & Abreise. Ich wünsch dir eine wunderschöne Wanderung! LG Theresa

  • Hallo!
    Schön etwas über den Weg zu lesen!Sag mal ich habe schon etwas Höhenangst wenns so arg an der Kante entlang geht.Meinst du ich kann dann den Fischereg überhaupt gehen?Oder sollte ich das lieber lassen und ganz den rota Vicentina gehen?sieht aber so schön aus der fischerweg;)
    Würde mich super über einen Tipp freuen!!!
    Liebe Grüße,Minka

    • Hallo Minka, keine Angst, der Fischerweg (= Rota Vicentina) verläuft nicht direkt an der Abbruchkante. Mach dir keine Sorgen, es ist genügend Platz! :-D LG Theresa

  • Hallo Theresa,
    wie hast du das mit dem Übernachten denn gemacht? Hast du die Unterkünfte vorher gebucht, oder konntest du immer spontan etwas finden?
    Dank im Voraus.
    LG Marc

  • Hallo Theresa,
    vielen Dank für deinen Bericht! Ich starte am 9. Juni meine Rota Vicentina Wanderung und kann es kaum noch erwarten. Was mich jetzt allerdings etwas verunsichert ist deine Erzählung über den Sand in deinen Schuhen. Ich wollte eigentlich mit meinen Trekkingschuhen gehen und mir Sandalen für die besonders sandigen Wege mitnehmen – hab nicht daran gedacht, dass der Sand mir die Füße auch aufscheuern könnte. Oder meinst du, dass man tatsächlich besser knöchelhohe Wanderschuhe nimmt?
    Alles Liebe,
    Katja aus Wien

    • Hallo Katja, gerne – ich freu mich, wenn jemand meine Bericht auch liest. :-D
      Hier ist meine Antwort zu deiner Frage: Ich hatte ganz normale Turnschuhe/meine Laufschuhe an! Ich glaube, dass der Sand nicht ausschließlich durchs Gehen, sondern hauptsächlich durch den Stoff gerieselt ist. Meine Trekkingschuhe wären vom Obermaterial vollkommen anders und gar nicht mit Laufschuhen zu vergleichen. Ich nehme daher an (ich weiß ja nicht, was für Trekkingschuhe du genau hast), dass sowohl deine Trekkingschuhe als auch deine Trekkingsandalen vollkommen in Ordnung sind. Knöchelhohe Wanderschuhe würde ich als übertrieben bezeichnen. Der Weg an sich ist vom Gelände nicht anspruchsvoll. Anstrengend ist nur das Gehen im Sand.
      Die Trekkingschuhe auf jeden Fall regelmäßig ausleeren (falls sich mit der Zeit doch Sand ansammelt und bevor dieser aufreibt). Bei den Trekkingsandalen sehe ich gar kein Problem. Der Sand kann doch rausfallen, oder?
      Wenn du noch Fragen hast, melde dich jederzeit. Ansonsten wünsch ich dir eine wunderschöne Wanderung!

  • Wir haben im Januar auf unserer Tour entlang der Rota do Peixe einige Abstecher zur Rota Vicentina gemacht und waren begeistert. Den ganzen Weg zu wandern wäre mir allerdings zu anstrengend. Aber man kann das ja auch gut mit einer Genuss Reise verbinden und die Fischspezialitäten der Region kennen lernen. Die sind übrigens sehr lecker! Wir haben uns unterwegs immer wieder Halt bei Fischern und in Fisch Restaurants gemacht. Das war eine tolle Reise!

  • Hallo Theresa,

    du bist im Juli auf den Fischerpfad gestartet? Autsch… Ich kann mir richtig vorstellen, wie du gargekocht wurdest.
    Wir sind letzten November auf die Rota Vicentina gestartet und es war die meisten Tage so angenehm war, das wir in kurzen Hosen gelaufen sind oder sogar gebadet haben.

    Pro Tag haben wir nur eine Handvoll Wanderer getroffen und die Strände waren leer.

    Gruß Mario

    • Hallo Mario,
      ich wollte unbedingt wandern. Das Juli nicht die beste Zeit ist, um das in Portugal zu machen, wusste ich schon im Vorfeld. Das es so anstrengend würde, hatte ich nicht erwartet. Aber ich hab in der heißesten Zeit des Jahres auch noch die allerheißesten Tage erwischt. :-D
      Würd es trotzdem wieder machen. Sogar im Sommer. Besser ist der Frühling oder der Herbst.
      Gut zu wissen, dass im November nicht so viel los ist. Danke für die Onfo.
      Liebe Grüße und schöne Webseite,
      Theresa

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