Pokhara {Nepal}: Meine Top Tipps für Sightseeing & Aktivitäten

Pokhara ist die zweitgrößte Stadt Nepals und liegt geographisch gesehen, wie der „Nabel von Nepal“ ziemlich genau in der Mitte des Landes. Während das Annapurna Massiv mit insgesamt drei 8000ern – dem Annapurna, dem Manaslu und dem Dhaulagiri – in der Ferne imposant von Aussichtspunken zu sehen ist, liegt Pokhara selbst nur auf einer Höhe von 930m. Am eindrucksvollsten ragt der heilige und „nur“ 6997m hohe Machapuchare, auch Fishtail genannt, über die Stadt, die ich als den modernsten TouristInnen-Hotspot für nepalesische Verhältnisse in Erinnerung trage.

Pokhara ist wegen seiner zentralen Lage Startpunkt für zahlreiche Trekkingtouren und Erholungsparadies für die Zeit danach. Kaum jemand, der Nepal besucht, kommt nicht hierher.

 

Pokhara {Nepal}: Meine Top Tipps für Sightseeing & Aktivitäten

 

1. Weitwandern und Trekken im Annapurna Massiv

Sun Maya, Palee, Uti und ich stehen vor dem Annapurna Base Camp Schild, auf dem steht: "Amazing Annapurna Base Camp Heartly Welcome to all external and internatal trekkers" auf 4200m; der Himmel ist ganz weiß vor Nebel
Am Annapurna Base Camp auf 4200m mit Sun Maya, Palee, Uti und mir (von links nach rechts)

Wer Berge liebt, wird Nepal lieben. Der Himalaya, der eine Gesamtlänge von rund 3000km besitzt ist die größte Gebirgskette in Asien und erstreckt sich über die Länder Pakistan, Indien, China, Bhutan und Nepal. Das Annapurna Massiv, das von Pokhara von Aussichtspunkten bei Schönwetter sichtbar ist, lockt zu Weitwander- und Trekkingtouren. Pokhara dient für alle Touren ins Annapurna Massiv als Ausgangspunkt.

Die beliebtesten Touren sind der 10-14 tägige Annapurna Basecamp Trek mit Startpunkt in Phedi oder alternativ bei Deorali oder Naya Pul (in Verbindung mit dem Ghorepani/Ghandruck Trek) und der berühmt-berüchtigte 2-3 Wochen dauernde Annapurna Circuit Trek mit Start in Besi Sahar.

Für die Begehung der Wander- und Trekkingrouten wird ein Permit (eine Genehmigung) benötigt, die bei den Tourstartpunkten kontrolliert werden (mehr Infos im Beitag: Wandern in Nepal: Wie du eine TIMS Card & ein Trekking Permit bekommst). Die beliebteste Reisezeit für Touren ist der Oktober und November und der März und April. Während es im Winter sehr kalt werden kann und Pässe wegen des Schnees nicht passiert werden können, fällt im Sommer wegen des Monsuns viel Regen.

Die Touren sind kein Spaziergang und führen durch abgelegene Gebiete. Ausreichende Vorbereitung, adäquate Ausrüstung, die Beachtung der Wetterverhältnisse und ausreichend Zeit für die Höhenakklimatisation (Tipps für die Vorbeugung der Höhenkrankheit) sind unabdingbar. Das Rettungswesen ist in Nepal in keinster Weise mit der Bergrettung in Europa zu vergleichen!

Das letzte große Unglück (vor dem Erdbeben in Nepal) am Annapurna Circuit wurde durch einen plötzlichen Zyklon im Oktober 2014 ausgelöst, der in einer als normalerweise „wettergünstig“-geltenden Zeit Unmengen an Schnee in die Region brachte. Zahlreiche Tote durch Lawinen oder Erfrieren gab es vor allem rund um den Thorong La Pass (5416m).

 

2. Es sich gut gehen lassen – Chillen und Relaxen

Das Fussbaldfeld in Pokhara Lakeside, das sich gleich bei der Strandpromenade befindet: Auf einer grünen Wiese mit einem Tor spielen Menschen mit grünen Trikots Fussball, im Hintergrund sind Bäume und bewaldete Hügel
Das Fussbaldfeld in Pokhara Lakeside, das sich gleich bei der Strandpromenade befindet

Pokhara, vor allem Pokhara Lakeside, ist ein Touristen und TouristInnen Hotspot und bietet dementsprechenden Luxus. Auf der „Baidam Road“ bzw. „Lakeside Road“ reihen sich Hotels, Hostels, Pensionen, Bars, Coffee-Shops, TourenanbieterInnen, Souvenirläden und Ausrüstungsverleihe aneinander wie an keinem anderen Ort in Nepal. In den Straßen wimmelt es nur so von Menschen ausgestattet mit Wanderschuhen und Funktionskleidung. Deutschsprachige Personen zu treffen ist keine Seltenheit. Obwohl ich normalerweise von touristisch stark belebten Gegenden wenig begeistert bin, war ich in Pokhara sehr froh darüber. Endlich mal wieder richtigen Kaffee trinken, das Essen variieren oder sich einfach nur gemütlich durch den Tag treiben lassen – herrlich. Pokhara ist der perfekte Ort zum Ausspannen nach einer Wander- und/oder Trekkingtour.

Besonders guten Kaffee gab es in der Mitte der Lake Side Road im „Perky Beans“, wo man sich auf der Dachterrasse dem Straßentrubel entziehen kann. Mein Favorit war das bei BackpackerInnen sehr beliebte Freedom Café am nördlichen Ortsende von Pokhara am Ende der Straßenpromenade auf der Baidam Road, wo auch super gegessen werden kann. In so gut wie allen Restaurants, Bars und Cafés gibt es Wifi. Leider sind Stromausfälle keine Seltenheit.

 

3. Spaziergang entlang der Seepromenade am Phewa Lake

Die berühmten Boote am Phewa See in Pokhara: mehrere bunte, hellblaue Boote (innen und außen) sind nebeneinander am See angehängt. Im Hintergrund sieht man einen bewaldeten Hügel.
Die berühmten Boote am Phewa See in Pokhara

Wer sie einmal gesehen hat, erkennt sie ein Leben lang: die einzigartigen bunten Boote von Pokhara. Die Boote sind, neben dem Gipfel des Machapuchare, klares Erkennungszeichen von Pokhara. Schon deswegen ist es ein Muss wenigstens einmal ein paar Schritte an der Seepromenade entlang zu spazieren, die übrigens in ihrer vollen Länge nur rund 2 km lang ist.

Am Beginn der Straßenpromenade, wo sich auch ein Fussballfeld befindet, ist die Bootsvermietung für Rundfahrten und Überquerungen des Phewa Sees oder zum Besuch der Hindutempels Tal Barahi, der sich auf einer kleinen Insel befindet.

 

4. Sonnenaufgang am Aussichtpunkt Sarangkot

Das Annapurna Massiv mit dem dreieckigen Fischtail wird von der aufgehenden Sonne angestrahlt. Wo die Sonne auf das Gebirge trifft, leuchtet es weiß. Die unbeleuchteten Stellen sind gräulich.
So in etwas muss die Aussicht von Aussichtspunkt Sarangkot aussehen. Beim Fotografieren befinde ich mich allerdings in einem Tal am Weg zum Raften.

Neben dem Must-See der Strandpromenade wegen der Boote, ist ein Must-Do der Ausflug zum Aussichtspunkt Sarangkot auf 1592m Höhe bei Sonnenaufgang, wo die Gipfel des spektakulären Annapurna Massivs nach und nach von der aufgehenden Sonne angestrahlt werden (bei mir war es an meinem Ausflugstag leider bewölkt, aber später war mir ein Blick gegönnt).

Die drei Achttausender Dhaulagiri (8167m), Annapurna I (8091m) und Manaslu (8163m) sind zu sehen. Am eindruckvollsten erscheint allerdings der für Nepalis heilige Berg Machhapuchhare (6997m), der wie ein spitzes Dreieck gegen den Himmel aufragt. Er wird auch Fishtail, übersetzt Fischschwanz, oder „Matterhorn des Himalaya“ genannt. Die Besteigung des Gipfels ist seit 1964 untersagt.

Für einen Besuch des Sarangkot am Morgen heißt es früh aufbrechen (am besten gegen 5 Uhr oder früher): entweder mit dem Taxi, dem Rad oder zu Fuß.

Zu Fuß gibt es unterschiedliche Routen: ich wählte den Aufstieg nahe dem Ort Happy Village (Khapeudi). Dazu wird einfach dem Phewa Lake in nördlicher Richtung gefolgt bis ein Hinweisschild im Ort, die Abzweigung nach rechts markiert. Ab dann geht es steil bergauf. Drei, besser vier Stunden Wegzeit sollten, abhängig vom Gehtempo, einkalkuliert werden. Für diese Wanderung wird keine TIMS Karte oder sonstige Genehmigung benötigt. Zur Aussichtsplattform muss Eintritt bezahlt werden.

 

5. Paragleiten

Aussicht auf die Stadt Pokhara von der World Peace Pagoda: das Wetter ist diesig. Links ist der See, ab der Mitte des Bildes sind die Umrisse von winzig kleinen Häusern zu sehen.
Der offizielle Startpunkt zum Paragleiten ist in Sarangkot. Das ist die Aussicht von der World Peace Pagoda auf die Stadt Pokhara. Wer hätte gedacht, dass Pokhara so groß ist?

Wer in der Paragliding-Szene unterwegs ist, weiß das schon lange: Pokhara zählt zu einem der beliebtesten Paragleit-Flugplätzen weltweit. Gute und zuverlässige Thermik ermöglichen, je nach Wetterbedingungen, Gleitschirmflüge das ganze Jahr über. Abflugort ist dabei bei Sarangkot. Tandemflüge werden für Personen, die für einen einzigartigen Kick ihre Beine aus 1.600 Höhenmeter baumeln lassen wollen, angeboten. Meines Wissens gibt es insgesamt 5 Agenturen. Die Landeplätze befinden sich im nördlichen Teil des Phewa Sees (zwischen Pokhara und Happy Village/Khapeudi). Für Solo-Flüge benötigt man eine Fluglizenz.

Ehrlich gesagt, ich war zu feig. Zu dieser Zeit wusste ich noch nicht wie toll sich Paragleiten anfühlen kann. Meinen ersten Flug hatte ich inzwischen in Annecy in Frankreich bei meiner privaten Multiabenteuersportwoche.

 

 

6. Ausflug zur World Peace Pagode

Die weiße World Peace Pagoda in Pokhara in Nepal. Der Stiegenaufgang führt zu zwei Plateaus, die betreten werden können. Menschen gehen auf die Pagoda zu.
Die weiße World Peace Pagoda in Pokhara in Nepal

Die Weltfriedensstupa, auch Shanti Stupa (Shanti bedeutet ebenfalls Frieden) genannt, liegt am nahegelegen Berg Ananda und wurde 1973 erbaut. Sie ist eine von 80 Weltfriedenspagoden weltweit, die auf die Initivative des japanischen und buddhistischen Mönchs Nichidatsu Fujii zurückgeht, der nach dem zweiten Weltkrieg mit den Bau von Friedenspagoden als heilige Stätten für den Weltfrieden begann. Die ersten zwei Friedenspagoden entstanden in Hiroshima und Nagasaki.

Von der Plattform der World Peace Pagode kann das gesamte Phewa Tal eingesehen werden, auch ein Blick auf das Annapurna Massiv ist bei Schönwetter möglich.

Es gibt unterschiedliche Wege diese zu erreichen: entweder wird mit dem Boot der Phewa Lake gequert oder aber das Lakeside Viertel Richtung Pokhara Damside verlassen. Nahe dem Devi´s Wasserfall beginnt der Weg nach oben.

Kleine Warnung für alle die in der Monsunzeit (circa Juni bis September) unterwegs sind: In der Gegend um den Phewa Lake, vor allem aber bei wenig benutzten Pfaden zur World Peace Pagoda wird von zahlreichen „Blutegel-Attacken“ berichtet. Ein Blutegelbefall ist nicht gefährlich, aber unangenehm. Daher empfehle ich in der Regenzeit auf alle Fälle lange Kleidung und geschlossene Schuhe zu tragen.

 

7. Besichtigung des Devi´s Falls

Wer zu Fuß zur World Peace Pagoda aufbricht, kommt unweigerlich am Devi`s Wasser vorbei, der als große  TouristInnenattraktion angepriesen wird. Meine Meinung zum Devi´s Wasserfall (Patale Chhango auf Nepali) ist ambivalent. Die Zeit, wo der Pedi Khola wild schäumend in seiner Höhle verschwindet, beschränkt sich auf die Regenzeit oder kurz danach. Danach ist dieser (so empfand ich es bei meinem Besuch) eher unspektakulär. Das Areal zu dem Eintritt bezahlt werden muss, ist zudem schlecht gepflegt.

Woher der Name Devi´s Falls stammt, ist mit zahlreichen Mythen umrankt: einmal ist es eine Schweizerin, die dort beim Nacktbaden ertrunken sein soll, dann ist es wieder ein Mann namens David. Ich hatte den Eindruck so genau weiß das keiner.

 

Der Pedi Khola kurz bevor er beim Devi´s Falls in die Tiefe stürzt: zwischen zwei braunen Uferseiten ist der grüne Fluss zu sehen mit vorne weiß schäumender Gischt
Der Pedi Khola kurz bevor er beim Devi´s Falls in die Tiefe stürzt.
Blick auf die BesucherInnenplattformen beim Devi´s Falls, der im Hintergund nach unten fließt.
Beim Devi´s Falls

 

8. Besuch der Gupteshwor Mahadev Höhle

Gegenüber des Devi´s Falls liegt die Gupteshwor Mahadev Höhle, die ich ungemein spektakulärer fand. Ein rundes mit Statuen geschmücktes Stiegenhaus wird dabei in die Tiefe hinabgestiegen zu einem Schrein in einer Höhlenkammer. In der Trockenzeit ist es zudem möglich die Höhle, in die der Devi´s Fall hinabfällt, durch einen Tunnel zu erreichen.

Der schöne, graurote Stiegenabgang bei der Gupteshwor Mahadev Höhle; darüber ist eine Baustelle, in der Mitte des Abgangs wachsen Bäume
Der schöne Stiegenabgang bei der Gupteshwor Mahadev Höhle
Eine Abbildung bzw. Statue in Grau an der Wand des Stiegenabgangs (ein Mann, der eine Frau mit der Hand zärtlich am Kinn berührt) zur Gupteshwor Mahadev Höhle, im Hintergrund sind rote Ziegel
Eine Abbildung bzw. Statue an der Wand des Stiegenabgangs zur Gupteshwor Mahadev Höhle

 

9. Radtour in die nahen Dörfer (oder Mountainbiken)

Die zahlreichen Leihräder, die angeboten werden, machen Lust auf eine Fahrradtour. Wer glaubt, den Phewa See entlang des Ufers umrunden zu können, liegt falsch. Das ist nur zu Fuss zu möglich. Dabei ist man nach Erzählungen circa einen Tag unterwegs.

Günstige Leihräder sind sehr klapprig, aber für die sehr nahe und flache Gegend ausreichend. Für längere Touren sollte wert auf qualitativ hochwertige und gewartete Räder gelegt werden. Die beliebteste Mountainbike-Route mit rund 54km führt von Pokhara nach Sarangkot und weiter nach Naudanda.

Ich fahre mit dem Rad durch einen Torbogen mit der Beschriftung "Happy Village", am Himmel sind Paragleiter zu sehen, die aspahltierte Straße ist zum Teil gebrochen und fehlt
Beim Radfahren in Richtung Happy Village in Nepal

 

10. An einer Kayak oder Raftingtour teilnehmen

Pokhara ist nicht nur Ausgangspunkt für Wandern- und Trekken im Annapurna Massiv, sondern auch für eintägige oder mehrtägige Kayak und Rakftingtouren beispielsweise am Kali Gandaki oder dem (Upper) Seti.

TouranbieterInnen gibt es zu genügend. Ich war damals mit der Agentur Swissa Nepal, die bei israelischen Reisenden sehr beliebt ist, unterwegs. Deren Agenturbüro in Pokhara befindet sich in der Phewa Marga (gegenüber von einem Steak House). Handeln ist angebracht!

Besonders aber würde ich euch gern die Rafting-Agentur, an der eine Freundin, Anu Shresta, beteiligt ist, ans Herz legen: die Himalayan (Adventure) Girls. Sie und ihre Kolleginnen waren die ersten weiblichen Rafting Guides in Nepal. Leider haben sie bisher nur ein Büro in Kathmandu.

Die Sonne scheint auf den Fluss Kali Gandaki mit einem Ufer voller großer Steine
Am Ufer des Kali Gandaki
Raften am Kali Gandaki: blaue Boote liegen am Flussufer
Raften am Kali Gandaki

Hast du noch weitere Tipps?! Super! Ich bin neugierig. Verrätst du sie mir in einem Kommentar?

 


Ich besuchte Nepal im Zuge einer privaten Reise von Ende Oktober 2014 bis Mitte Jänner 2015.

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