Starke Frauen im Interview: Polarexpertin Sarah McNair-Landry

In Sarah McNair-Landry steckt das Abenteuer als Tochter zweier PolarforscherInnen schon in den Genen. [***English Version Below***] Aufgewachsen in Iqaluit, Nunavut im Nordwesten Kanadas auf Baffin Island, der 5. größten Insel der Welt, mit dem Arktischen Ozean vor der Tür und Schlittenhunden im Garten, lernte sie schon als Kind in der Kälte zu überleben. Mit 18 Jahren war sie bereits am Südpol. Mit 19 Jahren wurde sie die jüngste Person, die beide Pole erreicht hat. Die Süd-Nord Querung von Grönland mit Kite-Skiern gemeinsam mit ihrem Bruder Eric im Jahr 2007 brachten ihr die prestigeträchtige Nominierung als „Adventurer of the Year“ und eine Nennung als eine der „Top Ten Women in Adventure“ von National Geographic Adventure Magazine ein.

Als mir von den OrganisatorInnen der European Outdoor Film Tour angeboten wurde ein Interview mit der Abenteurerin Sarah zu führen, war ich sofort von der Idee angetan. Starke Frauen, die ihrer Leidenschaft mit vollem Einsatz nachgehen, interviewen zu wollen, hatte ich schon lange im Hinterkopf. Das Interview fand als schriftlicher Austausch auf Englisch statt (die Originalfassung gibt es am Ende). Bei der Premiere zur European Outdoor Film Tour 2017 lernte ich sie und ihren Freund Boomer persönlich kennen.

Die European Outdoor Film Tour (E.O.F.T.) tourt jährlich im Herbst durch ganz Europa und zeigt reale Kurzfilme rund um Extremsport, Abenteuer und Outdoor aus der Sicht der Protagonistinnen und Protagonisten. In Österreich gibt es rund 15 Stopps von Wien, Graz, Salzburg, Klagenfurt,… bis nach Wolfurt in Vorarlberg. Inspirierend, verrückt, lustig, tieftraurig – ein jeder Film lässt einen mitfiebern, mitzittern, mitfühlen und staunen.

Beim Film „Into Twin Galaxies“, der Teil der European Outdoor Film Tour 2017 ist, überquert Sarah McNair-Landry 2016 zum fünften Mal das grönländische Inlandeis mit ihrem Lebensgefährten und Profi-Kajaker Erik Boomer und Ben Stookesberry per Kite-Ski, um gemeinsam als Erste einen Flusslauf bis zum Arktischen Ozean nach unten zu kajaken.

Warum trocken bleiben überlebenswichtig ist, Risikomanagement das Um und Auf einer jeden Expedition ist und was Sarah für Tipps für beginnende AbenteurerInnen hat, hat sie mir im Interview verraten.

 

Starke Frauen im Interview: Polarexpertin Sarah McNair-Landry

Sarah McNair-Landry, Erik Boomer und ich bei der Premiere der EOFT 2017 im Wiener Gartenbaukino
Sarah McNair-Landry, Erik Boomer und ich bei der Premiere der EOFT 2017 im Wiener Gartenbaukino

Dein Leben ist eine Aneinanderreihung von Abenteuern, eins spektakulärer als das andere. Hast du dir das schon in jungen Jahren erträumt?

Schon als ich aufgewachsen bin, habe ich es geliebt Expeditionen zu unternehmen und ich habe schon sehr früh begonnen für die Firma meiner Eltern „NorthWinds Expeditions“ Touren zu führen. Mein gesamtes Geld und all meine freie Zeit habe ich in Expeditionen investiert. Glücklicherweise habe ich Eltern, die PolarexpeditionsleiterInnen sind und einen Bruder, der eine genauso große Leidenschaft hatte wie ich auf Expedition zu gehen und immer Lust auf Abenteuer hatte.

 

Kannst du dich selbst mit drei Hashtags (#) bzw. Stichwörtern beschreiben?

#liebtdieKälte
#wärelieberaufExpedition
#kanndenWinternichterwarten

 

Hast du ein Vorbild und wenn ja, wer ist dein Vorbild?

Ich habe jede Menge Vorbilder. Das meiste Wissen über Reisen in der Arktis haben mich zwei Menschen gelehrt: meine Eltern, Matty McNair und Paul Landry. Sie sind beide unglaubliche EntdeckerInnen und zählen zu den besten PolarexpeditionsleiterInnen der Welt.

 

Hast du jemals Einschränkungen erlebt, weil du eine Frau bist?

Oder Zurückweisung, weil dir jemand die Fähigkeiten, die du hast, nicht zugetraut hat? Wenn ja, kannst du die Situation beschreiben und sagen wie du damit umgegangen bist?

Polarexpeditionen und auch die Leitung von Polarexpeditionen sind eine männerdominierte Welt. Klar gibt es da einige Extra-Herausforderungen. Aber ich habe gelernt weiterzumachen und die erfolgreichen Expeditionen für sich selbst sprechen zu lassen.

 

Was sind deine wichtigsten 3 Ratschläge für Frauen, die von Abenteuern träumen, aber sich nicht trauen?

Mein Rat ist klein anzufangen. Ich hab nicht von einem auf den anderen Tag beschlossen auf eine mehrmonatige Expedition zu gehen. Ich habe angefangen zuerst in unserem Hinterhof zu campen, um die Grundfertigkeiten zu lernen. Dann unternahm ich Wanderungen mit einzelnen Übernachtungen. Später, als ich genügend Kenntnisse hatte, machte ich längere und noch längere Ausflüge. Wahrscheinlich haben mich diese bis zu den mehrmonatigen Expeditionen geführt.

 

Der beleuchtete Eingang mit der Beschriftung "European Outdoor Filmtour" beim Gartenbaukino im Wien bei Dunkelheit
Vor dem Gartenbaukino in Wien zur Premiere der EOFT

Du warst schon in mehreren brenzligen Situationen. Ein Schlitten ist über dich gefahren. Ein Eisbär hat sich durch die Zeltwand auf dich gestürzt. Bei der Grönland Tour 2016 gab es einen Zwischenfall mit dem Kite, wo du mit deinem Kopf – zum Glück geschützt durch einen Helm – am Eis aufgeschlagen bist. Du hast die Tour nicht abgebrochen, obwohl im Nachhinein ein Wirbelbruch festgestellt wurde. Die Grenze zwischen „nochmal gut gegangen“ und „kann gewaltig schief gehen“, ist extrem klein.

Gab es nie einen Moment, wo du dir gesagt hast: „Schluss: Jetzt ist genug. Jetzt ist das Risiko zu groß.“?

Über Risiken denken wir sehr häufig nach. Das Risiko richtig einzuschätzen ist immer eine Zielsetzung bei den Expeditionen. Nichtsdestotrotz sind die größten Gefahren die, die du nicht vorhersagen oder planen kannst.

Als mein Bruder und ich vom Eisbär attackiert wurden, habe ich mir überhaupt keine Gedanken über ein mögliches Zusammentreffen mit einem Eisbären gemacht. Zu dem Zeitpunkt war meine größte Sorge die schlechte Eisschicht und das offene Meer, das uns den geplanten Weg versperrte.

Der gebrochene Wirbel beim Kiten in Grönland war ein unglückliches, aber auch unvorhersehbares Ereignis.

Risikomanagement ist extrem schwer. Wir können nur unser bestes tun, Gefahren und Risiken klein zu halten und für das Schlimmste im Notfall vorzubereiten.

 

Was machst du, um Risiken minimal zu halten?

Es ist wichtig, sich im Vorfeld Gedanken darüber zu machen, was alles bei Expeditionen schief gehen könnte und für die einzelnen Szenarien Lösungen bereit zu halten. Idealerweise sollte die Möglichkeit bestehen das Problem vor Ort zu lösen, auch weil es an abgelegen Orten Tage dauern kann bis überhaupt Hilfe eintrifft. Ich habe immer ein Satellitentelefon, ein Erste-Hilfe-Set, einen Reparaturkasten und eine Sicherheitsausrüstung mit.

Außerdem haben wir immer eine fixe Kontaktperson im Basislager, einen Kommunikationsplan, einen Evakuierungsplan und eine Versicherung, die eine Evakuierung im Notfall deckt – für den Fall der Fälle.

 

Bereitest du dich auf deine Expeditionen speziell vor – körperlich und/oder mental? Gibt es (körperliche) Mindestanforderungen, um auf eine Expedition zu gehen?

Vor einer Expedition fließt sehr viel Arbeit in die Vorbereitung, die Planung und das Training. Ich glaube, der Erfolg einer jeden Expedition steht in engem Zusammenhang damit. Gezielte körperliche Vorbereitung ist dabei sehr wichtig. Ich selbst bin kein großer Fan von Fitnesscentern, ich trainiere lieber draußen. Aber in meinem Fall ist jede Expedition eine Vorbereitung für die nächste.

Expeditionen setzen eine gute körperliche Verfassung und Wissen über die benötigen Fertigkeiten voraus. Daher ist es sinnvoll im Team und mit der Ausrüstung, die zum Einsatz kommt, im Vorfeld zu üben. Allen Menschen, die an Polarexpeditionen interessiert sind, empfehle ich daher an meinem zweiwöchigen Polartrainingskurs von NorthWinds teilzunehmen. Der Kurs zielt genau darauf ab, Menschen die erforderlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten zu vermitteln, die nötig sind, um sich auf längere Polarexpeditionen zu begeben.

 

Auf deiner „Way of the North“ Expedition über Baffin Island ist ein Statusupdate „Meine Eltern haben mir immer gesagt, wenn du schwitzt und nass wirst, stirbst du. Hier in der Kälte ist es ein Vollzeitjob warm und trocken zu bleiben.“ Für jemanden, der keine Vorstellung vom arktischen Leben hat, wie kann ich mir das vorstellen?

Wie bleibst du warm und trocken? Gibt es da wichtige Grundregeln, die befolgt werden müssen?

Es gibt klare Regeln, wenn du in in Gebieten mit extremer Kälte lebst. Meine Eltern haben sie mir gelehrt. Eine der wichtigsten Regeln ist trocken zu bleiben. Es ist leicht in deiner Kleidung zu schwitzen. Aber wenn du nasse Kleidungsschichten bei -40°C Außentemperatur hast, ist das ein ernstzunehmendes Problem. Feuchtigkeitsmanagement ist der Schlüssel zum Erfolg, um in kalten Klimalagen die Körpertemperatur konstant zu halten. Du musst genau wissen wie du deine Körpertemperatur regulierst. Gute atmungsaktive Kleidung ist natürlich von Vorteil.

 

Grönland mit der eingezeichneten Wegstrecke wird auf der Leinwand gezeigt, davor der Moderator
Kurze Erklärung der Tour von Sarah McNair-Landry, Erik Boomer und Ben Stookesberry bei der Filmpremiere der EOFT in Wien

 

Hast du Routinen auf Expeditionen, die du immer einhältst? Wenn ja, welche?

Jede Expedition ist anders, abhängig davon, wie du reist und was für eine Distanz du zurücklegen musst. Eine Expedition mit Kite-Ski ist hart. Unsere Strategie ist so weit wie möglich zu reisen, wenn der Wind weht und zu Schlafen, wenn es windstill ist. Das bedeutet unter Umständen an einem Tag 20 Stunden unterwegs zu sein und am nächsten Tag nur 10 Stunden, weil der Wind nicht so gut ist.

 

Hast du eine Lieblingsausrüstung, die du auf jede Expedition mitnimmst?

Mein Hilleberg Zelt (Keron GT) gehört zu meinen liebsten Ausrüstungsstücken. Kalte, mühsame Reisetage sind mir ganz egal so lange ich ein gemütliches Zelt habe, das ich am Abend aufstellen kann. Darum ist es unglaublich wichtig ein gutes Zelt zu haben, dass extreme Windgeschwindigkeiten und Schneestürme aushält.

Und zum Wohlfühlen ist mein Lieblingsessen auf Expeditionen Schokolade.

 

Die Zeitschriften im Vordergrund und das Plakat der EOFT 2017 im Hintergrund (auf beiden abgebildet ist das Gesicht des Extrembergsteigers Simone Moro)
Die Zeitschriften und das Plakat der EOFT 2017 (darauf abgebildet ist der Extrembergsteiger Simone Moro)

Ich war in Grönland im Jahr 2009 mit einem Freund. Ein Leitgedanke von uns war „Das ewige Eis sehen bevor es geschmolzen ist“. Schon damals war ich erschrocken wie viele Kilometer das Eis jährlich z.B. im Illulisat Eisfjord zurückschmilzt, was in Kartenmaterial schön dokumentiert wird.

Du bist regelmäßig in Grönland unterwegs, warst am Nord- und Südpol, wie drastisch nimmst du die Veränderungen durch den Klimawandel wahr? Siehst du Veränderungen? Welche?

Der Klimawandel ist real. Und für jemanden, der in der Arktis lebt, ist es erschreckend zu sehen wie stark sich bekannte Gebiete verändern. Wie auch immer, auf Expeditionen, wenn wir neue Wege erkunden, auf denen bisher keiner unterwegs war, ist es unmöglich zu beurteilen, ob sich dort wegen des Klimawandels etwas verändert hat. Eben, weil es keine Bezugsdaten oder Fotos gibt, auf denen festgehalten wurde, wie das Gebiet davor ausgesehen hat.

 

In anderen Interviews ist zu lesen, dass du die Jugend inspirieren willst hinauszugehen und aktiv zu werden, sei es im Hinterhof oder im nächstgelegenen Park.

Siehst du dich nicht in erster Linie als Vorbild für Frauen als Abenteurerin?

Warum soll ich mich auf Frauen beschränken? Ich will jede Person ermutigen raus zu gehen und die Umgebung zu erkunden. Je mehr die Menschen ihre Zeit draußen verbringen, desto mehr werden sie die Natur lieben lernen und auch schützen wollen.

Zudem möchte ich die Menschen nicht nur inspirieren, sondern ermutigen aktiv zu sein. Bei meiner Arbeit als Expeditionsleiterin vermittle ich Menschen, die auf arktische Expeditionen gehen wollen, das nötigen Know-how. Meine Firma NorthWinds bietet (wie schon erwähnt) spezielle Polartrainingskurse an.

 

Was für Pläne hast du in der Zukunft? Gibt es noch nicht realisierte Träume?

Diesen Winter habe ich ein paar Schlittenhunde, Kite-Ski und Tourenski-Expeditionen in abgelegene Gebiete geplant. Daneben gibt es eine lange Liste an Expeditionszielen, die ich noch liebend gern erreichen würde.

 

Wordrap am Schluss:  Sag mir den ersten Gedanken, der dir einfällt oder vervollständige die Sätze:

Lieblingsspruch: Es könnte schlimmer sein.
Hotel oder Hostel?: Ich würde eher campen sagen.
Tee oder Kaffee?: Kaffee
Hund oder Katze?: Hund (Ich habe 12!)
Am häufigsten verwendetes Schimpfwort?: Scheiße.
Wenn ich könnte, würde ich?: den Klimawandel aufhalten

 


Neben ihren eigenen Expeditionen leitet Sarah McNair-Landry inzwischen die Firma ihrer Eltern NorthWinds Expeditions, welche Expeditionen, kleinere arktische Abenteuer und Unterstützung bei Forschungsarbeiten gibt. Zusätzlich dreht sie Dokumentarfilme und fotografiert.

 

Vorstellung von Sarah McNair-Landry und Erik Boomer bei der Filmpremiere der EOFT 2017 im Wiener Gartenbaukino
Vorstellung von Sarah McNair-Landry und Erik Boomer bei der Filmpremiere der EOFT 2017 im Wiener Gartenbaukino

 

Strong women interviewed: Polar expert Sarah McNair-Landry

 

Adventure is already in the genes of Sarah McNair-Landry. The daughter of two polar explorers, she is a real adventurer. She grew up in Iqaluit, Nunavut located in the Northwest of Canada´s Baffin Island, which is the 5th largest island in the world. With the Artic Ocean at the front door and a team of dogs in the garden, she learned all the skills to survive in the cold at an early age. At 18 she already visited the South Pole. At 19 she became the youngest person to reach both poles. After the South-North traverse of Greenland by snowkites with her brother Eric in 2007 she was nominated as „Adventurer of the Year“ and was named one of the “Top Ten Women in Adventure” by National Geographic Adventure Magazine.

In early years she was accompanied by her parents, later she went on adventures with her brother Eric. Nowadays she often travels with her partner and pro-kayaker Erik Boomer, like in the film „Into Twin Galaxies“, which is part of the European Outdoor Film Tour 2017. In 2016 she traverses for the fifth time the Greenland Ice Cap with Erik Boomer and Ben Stookesberry via snowkite. Together they wanted to be the first ones to descent of a river down ending in the Arctic Ocean.

 

Your life seems to be a series of adventures, one more spectacular than the next. Have you dreamed of doing just that when you were younger? Is this living your childhood dreams? If yes, did all your dreams come true and how did you manage to achieve them? If no, how come?

Growing up I always loved being out on expeditions, and I started guiding for my parents outfitting company, NorthWinds Expeditions, at a young age. I spent all my money and time heading out on expeditions. I was also lucky to have two parents that are Polar Guides, and a brother that is just as passionate to head out on expedition as I am – and who was always keen for an adventure.

 

Can you describe yourself using 3 hashtags (#) or keywords?

#lovesthecold
#wouldratherbeonexpedition
#cantwaitforwinter

 

Do you have an ideal/role model/inspiring example and if you have one who is it?

I have lots of role models, however the two people who really taught me the most about arctic travel are my parents, Matty McNair and Paul Landry. They are both really badass explorers and some of the best polar guides in the world.

 

Have you ever experienced restrictions/limitations because of being a woman? Or rejection because someone would not trust in your abilities? Would doupt the abilities you have?

Polar expeditions and polar guiding is a male dominated world – so of course there are some extra challenges for women. But I have learnt to let my resume of expeditions speak for itself.

 

In your opinion, what are the 3 most important pieces of advice for woman, that dream of adventure, but do not dare to?

My advice is to start small. I didn’t one day decide to head out on a couple month expedition. I started by camping on my back porch to learn the skills before heading out on a one night hiking trip. Then slowly, as I learnt the skills, I started to head out on longer and longer trips, which eventually lead me to multi month expeditions.

 

You had to face a few tricky/challenging/precarious situations already. A sledge drove over you. A polar bear that almost mistook you and your brother for sushi, went towards you throught the tent walls. There was an incident with a kite during the Greenland tour 2016 where you – luckily protected by a helmet – hit the ice with your head. You did not interrupt the tour, although afterwards you were diagnosed with a vertrebral fracture.
The line between – lucky and unlucky – is extremely tight/narrow. Was there ever a moment when you said: Stop, now it‘s enough, the risk is too big to take?

Risk is something we think of frequently, and managing risk is always our goal on expeditions. However our biggest risks are often ones we can never predict or plan for.

When my brother and I were attacked by a polar bear – I was more worried about the bad ice and open water that blocked our path ahead than a possible polar bear attack. When I broke my back in Greenland kite skiing, again it was an unlucky / unpredictable accident.

Managing risk can be extremely difficult – but we try our best to minimize risk when we can, and prepare for the worst.

 

What do you do to minimize risks?

It’s important to know what can go wrong on expedition, and to be prepared for the worst-case scenarios. Ideally it’s always best to be prepared to solve the problem in the field, as a rescue could take days to get to us. I always travel with a satellite phone, first aid kit, repair kit and safety equipment.

We always have an established base camp manager, communication plan, evacuation plan and evacuation insurance – just in case.

 

Do you especially prepare for your expeditions – physically and/or mentally? Are there any (physical) requirements for people who want to head out on expedition?

There is a lot of work that goes into the preparation, planning and training for an expedition. I believe the success of the expeditions is linked to how much you are prepared and have trained for an expedition. It is important to train physically before heading out on expedition, however I am not a big fan of fitness centers. I prefer when possible to train outside instead. I see every expedition as a training for the next.

Expeditions require being in good physical condition and having the skills required. Before heading out on an expedition, it’s so important to train with the team and gear you will be using. For people who are keen to head out on expedition, I strongly encourage them to join me in Baffin Island for a two week Polar Training Course, which I offer through my company NorthWinds. The course is designed to teach the skills needed to head out on longer polar expeditions.

 

During your „Way of the North“ expedition across Baffin Island one of your status updates is: „My parents always told me if you sweat and get wet, you die. Up here in the cold it is a full time job keeping warm and dry.“
For someone, that has no experience how it is to live in the Arctic, how would you describe life there?
How do you keep warm and dry? Are there important basic rules, that have to be followed?

There are rules to living in extreme cold that my parents have taught me growing up. One of the most important rules is to stay dry. It’s easy to sweat into your clothing – yet having wet clothing layers in -40C temperatures is a serious problem. Moisture management is key to staying warm in cold climates. The key to moisture management is to learn how to regulate your temperature, and to have good breathable clothing.

 

Do you have certain routines during expeditons, that you always keep/follow? If yes, which ones?

Every expedition is different depending on our travel method and distances we need to cover. On kite skiing expeditions routines are tough, as our strategy is to travel when the winds are blowing – and sleep when they are not. Which means we might travel 20 hours one day, and only 10 hours the next if the winds are not as good.

 

Do you have a favourite gear that you take on every expedition?

My Hilleberg tent (Keron GT) is one of my favourite pieces of gear. I don’t mind cold miserable travel days – as long as I have a good comfortable tent to set up in the evening. It’s also so important to have a good tent that can withstand big winds and blizzards.

And chocolate of course is my favourite comfort food on expeditions.

 

In 2009 I visited Greenland together with a friend. The Idea was: „to visit the ice cap before it melts away“
Already back then I was alarmed/terrified how many kilometers the icebergs – for example the Illusilat Icefjord – melt/decrease every year.
You travel regularly in Greenland, went to the North- and Southpole. How drastic do you experience the changes caused by the climate (changes)? Do you see changes? Which ones?

Climate change is happening – and for someone who lives in the arctic it’s scary to see these areas that I love change so much.

However, when we are on expedition and exploring new routes where no one has been – it’s impossible to say that we see signs of climate change as there is no base line data or images of what the area looked like before.

 

In other interviews it can be read that your main message is to encourage youth to get outside and explore their back yard or the next park. As a woman, you never primarily wanted to encourage women to be adventurers? Don‘t you see yourself first of all as a role model/example for women being explorers? And if not, why?

Why limit only to woman? I want to encourage everyone to get outside explore. The more time people spend outside – the more they will learn to love the environment and want to protect it.

Not only to I wish to inspire people, but I also work as an expedition guide, and train people who want to head out on expeditions.

My company NorthWinds has designed a Polar Training course – which is an expedition training for people who want to head out on expeditions. We get people from all over the world who come to us with a goal in mind – and we help them train and prepare for that expedition.

 

What plans do you have in the near future? Are there any dreams waiting to be fulfilled?

This winter I have some fun dog sledding, kite skiing and backcountry skiing expeditions planned. Not to mention a long list of future expeditions that I would love to do!

 

Wordrap for the end: Tell me your  first thought that comes to your mind (or complete):

Favourite line/saying: It could be worse
Hotel or hostel: I would rather be camping
Tee or coffee: Coffee
Dog or cat: Dog (I have 12 of them!)
Swearword you use most: Shit
If I could I would: Stop climate change

 


Die Beantwortung der Interviewfragen fand schriftlich statt. Bei der Premiere der European Outdoor Film Tour am 12. Oktober 2017 traf ich Sarah und ihren Freund Boomer persönlich, um weitere Fragen zu stellen und mich auszutauschen. Die Antworten wurden von mir ins Deutsche übersetzt. Vielen Dank an die OrganisatorInnen der E.O.F.T. für die Einladung zur Premiere und der Ermöglichung des Interviews. 

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